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DigitalpaktNicht einmal jede dritte Schule hat einen Breitband-Anschluss

Ab sofort können die Länder mit 500 Millionen Euro, die der Bund bereitgestellt hat, Leih-Laptops für bedürftige Schüler kaufen. Doch oft fehlt der Zugang zum Internet.Barbara Gillmann 04.07.2020 - 10:35 Uhr

Die Coronakrise hat die Digitalisierung der Schulen vorangetrieben.

Foto: dpa

Berlin . Der Bund hat 500 Millionen Euro für die Länder bereitgestellt, womit diese Laptops oder Tablets für Schulen kaufen können. Die Geräte, die ursprünglich im Digitalpakt gar nicht vorgesehen waren, sollen an Schüler ausgeliehen werden, die keine eigenen besitzen – und zwar möglichst bald nach den Sommerferien.

In vielen Schulen dürfte es allerdings schwierig werden, damit auch ins Internet zu kommen. Denn „schnelles Internet ist an den meisten deutschen Schulen immer noch ferne Zukunftsmusik“, klagt der FDP-Bildungspolitiker Jens Brandenburg. Nicht einmal ein Drittel der Schulen verfügt über einen Gigabitanschluss, in Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt ist es nur jede zwanzigste Schule. Das zeigt die Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der FDP.

„Wie soll gute digitale Bildung gelingen, wenn es schon an der Netzanbindung scheitert?“, fragt der liberale Bundestagsabgeordnete Brandenburg. Ein hybrider Unterricht, in dem sich manche Schüler oder Lehrkräfte in Coronazeiten digital zuschalten und der für das kommende Schuljahr womöglich die Regel sein muss, sei so jedenfalls nicht möglich.

„50 Mbit/s reichen vielleicht für den privaten Fernsehabend, aber nicht für einen zeitgemäßen Schulbetrieb. Das Netz bricht schon zusammen, wenn mehrere Klassen gleichzeitig mit Lernvideos aus der Schul-Cloud arbeiten.“ Ohne schnelle Netze sei „der beste Digitalpakt für die Katz“, mahnt Brandenburg. 

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte zuletzt auch öffentlich darauf gedrängt, dass die Länder das Geld aus dem Digitalpakt abrufen. Der fünf Milliarden Euro schwere Pakt wurde schon im Mai 2019 vereinbart. Bisher sind aber nur Mittel in niedriger dreistelliger Millionenhöhe bewilligt worden und noch weniger ausgezahlt. Die Länder verweisen darauf, dass man in der Corona-Pandemie schlicht andere Probleme hatte.

Bildungsministerin zeigt sich zuversichtlich

Die Coronakrise hat allerdings auch Nachbesserungen in Gang gebracht. Nachdem in den Schulen offensichtlich geworden war, dass viele Kinder im Homeschooling gar nicht erreichbar sind, weil sie keine eigenen Geräte haben oder diese in der Familie teilen müssen, beschloss die Große Koalition Ende April, anders als bisher geplant auch Endgeräte zu finanzieren – und stellte dafür zusätzlich 500 Millionen Euro bereit.

Nun steht auch die zugehörige Verwaltungsvereinbarung mit den Ländern, die zehn Prozent drauflegen. Die Mittel sollen möglichst noch in diesem Jahr ausgegeben werden. 

„Digitales Lernen hat bereits in den zurückliegenden Wochen im ganzen Land deutlich an Bedeutung gewonnen“, sagte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek bei der Vorstellung. „Die Digitalisierung der Schulen hat einen großen Schritt nach vorne gemacht. Daraus wollen wir lernen und darauf aufbauen.“

Die Bundesministerin zeigte sich zuversichtlich, dass „die Länder nun schnell Landesregelungen erlassen, nach denen die Endgeräte beschafft und dann von den Schulen vor Ort nach eigenem Ermessen an Schüler ausgeliehen werden können“.

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Nach den Sommerferien werde die Situation von Schule zu Schule, womöglich von Klasse zu Klasse unterschiedlich sein – auch je nach Entwicklung der Pandemie.  

„Die Verantwortlichen vor Ort kennen die individuellen sozialen Lagen ihrer Schüler am besten“, so Karliczek, „deswegen können die Schulen am besten entscheiden, wie die Geräte eingesetzt werden“, sowohl in sozialer als auch in pädagogischer Hinsicht. Die Geräte blieben jedoch im Eigentum der Schule und können dort auch später im Regelbetrieb weiter genutzt werden.

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