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Joint-Venture-Partner EmdionHaniel-Tochter CWS testet Hygiene-Checkpoints für Krankenhäuser und Schulen

Viele Unternehmen arbeiten an einer Rückkehr der Mitarbeiter. Haniel und der Sensorikspezialist Emdion entwickeln dafür innovative Hygienelösungen.Anja Müller 01.09.2020 - 10:28 Uhr

Sobald ein Besucher oder Mitarbeiter vor den Hygiene-Checkpoint tritt, wird die Temperatur per Sensor im Gesicht gemessen.

Foto: Vibrio

Düsseldorf. Haniel-Chef Thomas Schmidt scheint alles richtig gemacht zu haben. Bevor er zum Vorstandschef des traditionsreichen Familienkonzerns aufstieg, führte er neben seinem Job als Vorstandsmitglied auch eines der größten Portfoliounternehmen, den Hygiene- und Arbeitsbekleidungsdienstleister CWS.

Das Unternehmen, das vor allem durch seine Handtücher in Firmen und Restaurants bekannt ist, liefert auch Arbeitskleidung, ist in den Brandschutz eingestiegen und hat das Thema Hygiene bereits lange vor der Corona-Pandemie ganz oben auf die Agenda gesetzt.

So stieg CWS bereits im Februar 2019 bei dem Start-up Smixin ein und startete eine strategische Kooperation. Smixins patentierte Technologie ermöglicht es mit speziellen Waschbecken, Wasser, Luft und Flüssigseife vorgemischt auszugeben. Inzwischen findet man die Technik bereits in Bahnhöfen.

An diesem Dienstag gibt CWS nun ein Joint Venture mit dem Sensorikhersteller Emdion bekannt. Das Ziel sind innovative Hygienelösungen. Derzeit testen die beiden Partner einen Hygiene-Checkpoint, der es ermöglichen soll, in Gebäuden wie Kaufhäusern, Seniorenheimen oder Schulen, Krankenhäusern oder Universitäten Personen mit erhöhter Temperatur oder ohne Maske schon beim Betreten zu erkennen.

In Norddeutschland ist bereits ein Pilotversuch angelaufen. In der Dr. Becker Klinik Norddeich können Patientinnen und Patienten, aber auch Klinikmitarbeitende im Eingangsbereich am digitalen Temperaturdetektor freiwillig einen kurzen Temperaturcheck machen. Dabei fließt die Expertise von Emdion mit ein.

Das Angebot kommt zur richtigen Zeit. Viele Unternehmen arbeiten gerade daran, wie eine Rückkehr der Beschäftigten in Büros und Werkshallen in einer Art Normalzustand light aussehen kann. Aber auch in Altenheimen, Krankenhäusern und im Einzelhandel sind die Verantwortlichen auf der Suche nach praktikablen Dauerlösungen. Denn mit den aktuell wieder steigenden Infektionszahlen wird eine Rückkehr zur früheren Normalität in absehbarer Zeit nicht gelingen.

Hygienewand entwickelt

Der Gesundheitsassistent ist ungefähr so groß wie ein Passbildautomat und kann in überdachten Eingangsbereichen positioniert werden. Sobald ein Besucher oder Mitarbeiter vor den Hygiene-Checkpoint tritt, wird die Temperatur per Sensor im Gesicht gemessen.

Liegt die gemessene Temperatur unter einem festgelegten Schwellwert, wird die Tür zum Innenbereich automatisch geöffnet. Liegt der Messwert höher, wird die Person durch eine automatische Sprachausgabe informiert und ein Mitarbeiter kommt hinzu.

Zusätzlich kann das Gerät auch erkennen, ob ein Mund-Nasen-Schutz getragen wird. Als mögliche Ergänzung zum Hygiene-Checkpoint hat CWS eine Hygienewand entwickelt, die ebenfalls mehrere Funktionen erfüllt. Darin ist ein Spender für Handdesinfektionsmittel integriert, der sich per Fußpedal bedienen lässt.

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Das Gerät ist ungefähr so groß wie ein Passbildautomat und kann in überdachten Eingangsbereichen positioniert werden.

Foto: Vibrio

Spender für Einmalhandtücher aus Papier, Schutzmasken und -handschuhe sowie ein Abfallbehälter für gebrauchte Hygieneutensilien sind darüber hinaus vorgesehen. In den nächsten Wochen soll es auch möglich werden, mithilfe der Sensorik festzustellen, ob die Personen bereits eine Handdesinfektion vorgenommen haben oder nicht.

Der Sensorikspezialist Emdion mit rund 60 Mitarbeitern ist vor allem beim Thema Sicherheit bislang aktiv. Die CWS-Gruppe setzte 2019 mit mehr als 10.600 Mitarbeitern in 15 Ländern rund 1,2 Milliarden Euro um und gehört zu 100 Prozent zum 1756 gegründeten Haniel-Konzern. Seit Juli 2019 steht dort der 48-jährige Thomas Schmidt an der Spitze.

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