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FamilienunternehmenHaniel mit weniger Umsatz in 2019

Das Familienunternehmen will nach einem Jahr der Transformation wieder wachsen. Wegen der Coronakrise wagt Haniel aber keine Prognose für 2020.Anja Müller 03.04.2020 - 01:05 Uhr

Das operative Ergebnis lag laut Haniel 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres.

Foto: dpa

Düsseldorf. Der Umsatz des Family-Equity-Unternehmens Haniel in Duisburg ist im Jahr 2019 um drei Prozent auf 4,5 Milliarden Euro gesunken. Das operative Ergebnis lag nach Angaben des Unternehmens vom Donnerstag mit 255 Millionen Euro sogar 15 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Damals waren es noch 301 Millionen Euro.

Das Ergebnis vor Steuern stieg dagegen nach massiven Wertberichtigungen auf die Finanzbeteiligung Ceconomy im Vorjahr von minus 475 Millionen Euro auf 175 Millionen Euro im Jahr 2019 an. Das Nach-Steuer-Ergebnis stieg von minus 848 Millionen Euro im Vorjahr auf 130 Millionen Euro im Jahr 2019.

Der Jahresüberschuss betrug laut Geschäftsbericht 176 Millionen Euro. Durch den Gewinnvortrag aus dem Jahr 2018 liege der Bilanzgewinn bei 240 Millionen Euro. Der Vorstand schlägt daher vor, die Dividende für die knapp 700 Gesellschafter erneut bei 60 Millionen zu belassen und 180 Millionen Gewinn in das Jahr 2020 vorzutragen. Denn es ist wie bei allen Unternehmen derzeit alles andere als klar, wie das Geschäftsjahr enden wird.

Die Coronakrise werde alle Geschäftsbereiche treffen, teilte Haniel mit, wohl aber nicht alle im gleichen Ausmaß. Dennoch sehe man sich aufgrund der Finanzsituation gut gerüstet, die Krise zu meistern.

Man wolle Haniel wieder auf Wachstumskurs bringen, lässt sich der Vorstandschef von Haniel, Thomas Schmidt, zitieren. Er war im Juli zum Nachfolger von Stephan Gemkow ernannt worden. „Im vergangenen Jahr haben wir in unsere Transformation investiert und einen nachhaltigen Investment-Ansatz entwickelt“, sagt Schmidt.

Künftig auf Megatrends fokussieren

Gemeinsam wolle man „die Kultur, das Portfolio und das Führungsverständnis von Haniel neu ausrichten“. Das 1756 gegründete Unternehmen will sich künftig auf Megatrends und die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen bei seinen Investments fokussieren.

Anfang der Woche hatte Haniel bekanntgegeben, 30 Millionen in den niederländischen Fond Gilde Healthcare V zu investieren, der sich auf Medizintechnik, digitale Gesundheit und Therapeutika konzentriert. Auch mit dem Hygienedienstleister CWS, der seit 2019 nun zu 100 Prozent zu Haniel gehört, will das Unternehmen weiter wachsen. Denn klar ist, dass das Thema Handhygiene auch nach der Coronakrise weiter wichtig bleiben wird.

Anders sieht es offenbar beim Edelstahlhandel- und Recyclingunternehmen ELG aus. Wie Marktbeobachter berichten, würden derzeit alle Optionen zu dem Unternehmen geprüft. Auch ein Verkauf käme infrage. Der Umsatz von ELG ist um 13 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro gefallen, das operative Ergebnis um 78 Prozent auf sieben Millionen Euro.

Bereits im vergangenen Jahr hatte Haniel bekanntgegeben, 500 Millionen Euro über Fonds in jüngere Unternehmen zu investieren. Zugleich hatte Haniel insgesamt, inklusive der Übernahme der restlichen Anteile von CWS, 550 Millionen Euro investiert. Derzeit gehören neben CWS, Ceconomy und ELG noch der Matratzen-Bezughersteller Bekaert Deslee, der Fischverarbeitungsspezialist Optimar, der Maschinenbauer Rovema und der Büroartikelversender TAKKT zum Konzern. Letzterer allerdings nur zu rund 50 Prozent.

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Im November hatte Haniel weitere 12,5 Prozent der Anteile am Handelskonzern Metro an die Firma EP Global Commerce des tschechischen Investors Daniel Kretinsky verkauft. Damit hält Haniel noch rund 2,8 Prozent als Finanzanlage an der Metro.

Zum Jahresschluss 2019 verfügte Haniel über liquide Mittel von 1,7 Milliarden Euro, um weitere Geschäftsbereiche zu entwickeln. Dabei wird dann Doreen Nowotne an der Seite von Thomas Schmidt stehen. Sie verfügt über viel Expertise im Investmentgeschäft. Ende April übergibt der derzeitige Aufsichtsratsvorsitzende Franz Markus Haniel sein Amt an die erste Frau und Familienfremde.

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