Chiphersteller: So profitiert Infineon vom Boom der Stromtankstellen
In einer Schnellladestation finden sich Leistungshalbleiter, wie Infineon sie anbietet, für bis zu 3000 Dollar.
Foto: imago images/Michael GstettenbauerMünchen. Für Infineon bietet die derzeit steigende Zahl von Ladesäulen ein gutes Geschäft: Während der Dax-Konzern an einer herkömmlichen Tankstelle keinen Cent verdienen kann, enthält eine Schnelllade-Station für Elektrofahrzeuge mit 350 Kilowatt Leistungshalbleiter für bis zu 3000 Dollar. Eben solche Halbleiter bietet der Dax-Konzern an.
An Aufträgen für Strom-Tankstellen dürfte es Deutschlands größtem Chiphersteller in den nächsten Jahren nicht mangeln: US-Präsident Joe Biden hat gerade angekündigt, eine halbe Million Ladestationen aufzubauen und dafür 15 Milliarden Dollar in die Hand zu nehmen. In der Bundesrepublik will Verkehrsminister Andreas Scheuer ein flächendeckendes Netz an Schnellladesäulen in den nächsten zwei Jahren errichten.
„Wir erleben einen immensen Nachfrageschub in der Elektromobilität“, sagte Peter Wawer, Chef der Industriesparte von Infineon, dem Handelsblatt. Davon profitiert der Konzern gleich doppelt. Denn das Unternehmen verdient einerseits an den Elektroautos selbst. Der Wert der Halbleiter in einem strombetriebenen Fahrzeug ist etwa doppelt so hoch wie bei einem herkömmlichen Fahrzeug.
Darüber hinaus sind aber auch die Stromtankstellen hochattraktiv für Infineon. Selbst in den schwächsten Ladepunkten mit nur 20 Kilowatt Leistung stecken Leistungshalbleiter für bis zu 90 Dollar. Es ist ein Geschäft, das in diesem Jahr richtig Fahrt aufnimmt.