Preisentwicklung: Bis zu 15 Prozent Aufschlag: Wo die Industrie jetzt die Preise anheben will
Die Frachtkosten in der internationalen Seefahrt steigen seit Wochen ohne Unterbrechung.
Foto: Caro / OberhaeuserDüsseldorf. Hohe Rohstoffpreise und rasant steigende Logistikkosten machen der deutschen Industrie zunehmend zu schaffen. Viele Unternehmen erwägen daher, ebenfalls die Preise anzuheben, um ihre Margen zu sichern. So sagte etwa der Chef des Schraubenspezialisten Würth, Robert Friedmann, im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Durch die weiterhin angespannte Situation auf dem Beschaffungsmarkt bleiben weitere Preiserhöhungen in der Größenordnung von fünf bis 15 Prozent nicht aus.“
Die Autoindustrie könnte einer Studie von Euler Hermes zufolge die Preise um zehn Prozent anheben. Siemens-Energy-Chef Christian Bruch bereitete den Markt auf teurere Windturbinen vor. Und auch Adidas prüft Preiserhöhungen. „Wir sehen uns das natürlich an“, sagte Konzernchef Kasper Rorsted kürzlich.
Die geplanten Preiserhöhungen der Unternehmen könnten neben anderen Faktoren dazu beitragen, dass die Inflationsrate in Deutschland auf dem derzeitigen vergleichsweise hohen Niveau verharrt oder noch weiter steigt. Im Juli haben die Preise um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat angezogen – der stärkste Zuwachs seit Dezember 1993. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann erwartet zum Jahresende „Raten, die in Richtung fünf Prozent gehen könnten“.