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US-ZentralbankFed überprüft ihre Ethik-Regeln zu privaten Aktienkäufen

Fed-Gouverneur Jerome Powell reagiert damit auf die millionenschweren Investitionen von zwei regionalen Fed-Präsidenten.Katharina Kort 19.09.2021 - 17:41 Uhr Artikel anhören

Der Chef der US-Zentralbank will grundsätzliche Regeln für die privaten Investitionen von Fed-Mitarbeitern etablieren.

Foto: Reuters

New York. Der Gouverneur der US-Zentralbank, Jerome Powell, hat eine Überprüfung der bestehenden Ethikregeln angeordnet. Damit reagiert der Fed-Chef auf Kritik an millionenschweren Aktienkäufen von regionalen Fed-Präsidenten.

Die Präsidenten der Fed-Ableger in Dallas und Boston, Robert Kaplan und Eric Rosengren, hatten 2020 aktiv mit einzelnen Aktien gehandelt. Das sorgte für Empörung, weil die Zentralbank mit ihrer Geldpolitik indirekt auch die Aktienmärkte beeinflusst.Vor allem während der Pandemie spielte die Fed mit ihren Anleihekäufen eine aktive Rolle dabei, die Finanzmärkte zu stabilisieren.

Der Dallas-Fed-Gouverneur Kaplan, ein Ex- Goldman-Sachs-Banker, hatte in 27 Fällen insgesamt mehr als eine Million Dollar in einzelne Titel investiert, darunter Apple, Amazon, Alibaba, Delta und Tesla. Sowohl Kaplan als auch Rosengren kündigten bereits an, dass sie ihre Aktienbestände verkaufen und in passive Investmentfonds investieren werden. Sie hatten jedoch betont, dass ihre Aktienkäufe stets von den Aufsichtsinstanzen ihrer Regionalbüros genehmigt worden seien.

Powell will private Investitionen der Fed-Manager in Zukunft grundsätzlich regeln. Die Fed wolle einen „frischen und übergreifenden Blick auf die Ethikregeln zu erlaubten finanziellen Holdings und Aktivitäten von Fed-Managern werfen“, sagte ein Sprecher gegenüber dem Fernsehsender CNBC. Powell habe diese Prüfung angeordnet, „weil das Vertrauen der amerikanischen Bürger essenziell ist, damit die Federal Reserve seine wichtige Mission effektiv erfüllen kann“.

Die demokratische, in Finanzfragen versierte Senatorin Elizabeth Warren, hat zwölf Briefe an die regionalen Fed-Büros geschickt. Sie fordert, dass hochrangige Fed-Mitarbeiter keine einzelnen Aktien halten oder handeln dürfen.

In den USA gibt es zwölf regionale Fed-Notenbanken. Fünf der zwölf Präsidenten sitzen zudem zu den sieben Fed-Gouverneuren im Offenmarktausschuss (Federal Open Market Committee). Dort werden die wesentlichen Offenmarkt-Entscheidungen getroffen. Anteilseigner der zwölf Fed-Ableger sind die privaten Mitgliedsbanken. Diese Mitgliedschaft wiederum ist gesetzlich ab einer bestimmten Größe festgelegt. Die regionalen Banken sollen die Geldpolitik praktisch umsetzen.

Mit Ausbruch der Coronakrise hat die Fed ihre geldpolitische Unterstützung der Wirtschaft massiv ausgeweitet. Der Leitzins liegt noch immer an der Nulllinie. Außerdem kauft die Fed monatlich Anleihen und Hypothekenpapiere im Wert von 120 Milliarden Dollar.

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