Aufsteiger des Jahres: Lars Klingbeil und Olaf Scholz: Der Sache verschrieben
Olaf Scholz kam den Unzufriedenen in seiner Partei entgegen und hat dadurch Lars Klingbeil die Möglichkeit eröffnet, als Generalsekretär motivationsstiftend in die Partei hineinzuwirken.
Foto: HandelsblattDie große und alte SPD, die von vielen längst abgeschrieben war, ist plötzlich und triumphal wieder da: als hätte sie nie die Spaltung der späten Schröder-Jahre durchlitten, vier Bundestagswahlen in Folge verloren und Jahre im 15-Prozent-Turm verbracht. Diese Leistung verbindet sich in besonderer Weise mit den Namen Olaf Scholz und Lars Klingbeil.
Olaf Scholz, ein Politikprofi durch und durch, hat aus seiner Niederlage im Kampf um den SPD-Vorsitz eine Tugend gemacht hat, Lars Klingbeil hat seiner Partei in ihrer schwersten Stunde einen empathisch-emotionalen Bezugspunkt geboten, wozu in dieser Form weder Eskens noch Borjans oder Scholz imstande waren.
Unter den „Menschen des Jahres“ nimmt Olaf Scholz auch deshalb hochverdient einen prominenten Rang ein, weil er der Gewinner der Bundestagswahl ist und inzwischen auch der neunte Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Olaf Scholz hat gezeigt, dass er diszipliniert ist. Er hat eindrucksvoll belegt, dass er Steherqualitäten hat und ein Momentum für sich zu nutzen weiß, wenn es sich ihm bietet. Er hat sich auf konkrete Zusagen festlegen lassen – zum Beispiel bei Rente und Mindestlohn, an deren gemeinverträglicher Umsetzung er sich nun allerdings auch messen lassen muss.