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MedizintechnikÄmterwechsel bei Ottobock: Chef muss gehen

Der weltgrößte Prothesen-Hersteller wechselt unerwartet seinen CEO. Zuvor hatte der Börsenkandidat nach nur neun Monaten seine Finanzvorständin ausgetauscht. Der Gang an den Kapitalmarkt ist aber weiterhin geplant. 19.05.2022 - 05:01 Uhr Artikel anhören

Chef Philipp Schulte-Noelle verlässt den Prothesen-Hersteller.

Foto: dpa

Berlin. Personalrochade beim Prothesen-Hersteller Ottobock: Das Unternehmen trennt sich nach eigenen Angaben nun auch von seinem Chef Philipp Schulte-Noelle. Er scheide damit sowohl aus der Geschäftsführung als auch aus dem Verwaltungsrat aus. Seine Rolle als CEO solle interimistisch Oliver Jakobi zusätzlich zu seiner Funktion als Chief Sales Officer (CSO) übernehmen.

Zuvor hatte das Unternehmen mitgeteilt, dass Finanzvorständin Kathrin Dahnke die Firma nach gut neun Monaten verlässt. Sie sollte Ottobock eigentlich an die Börse führen. Den Posten der 61-Jährigen übernimmt Arne Kreitz (42), der seit 2018 in der erweiterten Geschäftsführung bereits für die Strategie und für Übernahmen (M&A) zuständig war.

„Damit vollziehen wir den geplanten Wechsel im Finanzressort früher als ursprünglich geplant“, sagte Mehrheitseigentümer und Verwaltungsratschef Hans Georg Näder. Kreitz könne „neue Impulse auf dem erfolgreichen Weg zu nachhaltigem Ergebniswachstum setzen“. An dem Unternehmen aus dem niedersächsischen Duderstadt ist der Finanzinvestor EQT mit 20 Prozent beteiligt.

Als Dahnke im September 2021 das Amt vom erkrankten Jörg Wahlers übernahm, war keine Rede davon gewesen, dass sie nur als Interimslösung gedacht war. Die ehemalige Finanzvorständin von Osram hatte gerade erst bei der Umstellung auf den internationalen Bilanzierungsstandard IFRS Vollzug gemeldet. Er ist die Voraussetzung für einen Gang an den Kapitalmarkt. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte gemeldet, dass das Medizintechnik-Unternehmen den Schritt angesichts der wackligen Kapitalmärkte frühestens für die Zeit nach dem Sommer ins Auge fasst.

Näder teilte nun mit, dass Ottobock grundsätzlich am Ziel eines möglichen Börsengangs festhalte. „Aufgrund der aktuellen geopolitischen Lage und des davon beeinflussten Kapitalmarktumfeldes ist ein Börsengang aber für uns bis auf weiteres nicht erstrebenswert.“ Das Unternehme wolle daher seinen Fokus noch konsequenter auf das operative Geschäft, Kundennachfrage und die nachhaltige Steigerung des Wachstums legen.

rtr
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