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MedizintechnikChaostage bei Börsenaspirant Ottobock

Die Medizintechnikfirma tauscht binnen weniger Monate zum zweiten Mal den Finanzvorstand aus. Ein ungewöhnlicher Schritt vor dem geplanten Börsengang.Martin Murphy 18.05.2022 - 15:41 Uhr Artikel anhören

Dahnke hatte den Posten bei dem Hersteller von Prothesen mit den Worten angetreten, die Rolle bei Ottobock sei ein Glücksfall für sie.

Foto: dpa

Berlin. Kathrin Dahnke hat sich gerade erst in das Finanzressort von Ottobock eingearbeitet – und ist schon wieder weg. Ihr folgt Arne Kreitz nach, wie der größte Eigentümer und Firmenerbe Hans Georg Näder am Mittwoch mitteilte. Der 42-Jährige ist 19 Jahre jünger als Dahnke und kommt von intern. Von ihm verspricht sich Näder Impulse für ein weiteres Ergebniswachstum.

Der Senior bekundet zwar, dass es ein geplanter Wechsel sei, der lediglich früher als geplant vollzogen werde. Ungewöhnlich ist der Schritt dennoch. Die gerade erst zum September vergangenen Jahres berufene Dahnke hatte den Posten bei dem Hersteller von Prothesen mit den Worten angetreten, die Rolle bei Ottobock sei ein Glücksfall für sie.

Mit ihr komme jemand, um die Zukunftsstrategie umzusetzen, freute sich damals Vorstandschef Philipp Schulte-Noelle. Ihr Vorgänger hatte den Angaben zufolge aus gesundheitlichen Gründen gehen müssen.

Noch Ende vergangener Woche hatte Dahnke die Bilanz für das vergangene Jahr mitteilen dürfen und den Wachstumskurs für das laufende Jahr erläutert, dann war Schluss. Die Führung um Verwaltungsratschef Näder entzog ihr jetzt das Vertrauen und tauschte Dahnke durch Kreitz aus. Was als Verbindung von Dauer angelegt war, endet nach siebeneinhalb Monaten mit einem Knall.

Mit dem chaotischen Personalwechsel speist Ottobock Zweifel am Erfolg seines geplanten Börsengangs. Der hätte schon vor Jahren stattfinden sollen. Zunächst hatte Näder den Börsengang aber verschoben und Mitte 2017 den Finanzinvestor EQT in den Aktionärskreis geholt. Mit dem Ausbruch der Pandemie verschob sich der Schritt erneut.

Dieses Frühjahr als avisierten Zeitpunkt für den Gang an den Kapitalmarkt ließ Ottobock wieder verstreichen, und auch der zuletzt intern genannte Termin „Herbst 2022“ dürfte kaum zu halten sein.

Der Finanzinvestor EQT ist zwar langfristig orientiert, aber bei der Gesellschaft wächst der Druck. Mit jedem verstrichenen Zeitfenster für einen Börsengang schrumpft die mögliche Rendite aus einem Verkauf, den die EQT-Manager ihren eigenen Investoren erklären müssen.

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Der Gewinn wird auf jedes Jahr umgelegt, in dem EQT bei Ottobock investiert ist. Hinzu kommt: Die ursprünglich erhoffte Firmenbewertung von bis zu sieben Milliarden Euro dürfte kaum zu halten sein. Gemessen an Wettbewerbern liegt dieser bei vier, maximal fünf Milliarden Euro.

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