Wall Street: Schwächster Tag seit Juni: US-Börsen schließen tief im Minus
Im September könnte die Zentralbank Fed einen weiteren Zinsschritt vornehmen.
Foto: APFrankfurt, New York. Anleger in den USA nehmen aus Furcht vor einer deutlichen Zinserhöhung der US-Notenbank Fed Reißaus. Der Handel am Montag war der schwächste seit Juni. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 643 Punkte. Er büßte um insgesamt 1,9 Prozent auf 33.064 Zähler ein.
Der breiter gefasste S&P 500 gab 2,1 Prozent nach auf 4138 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sackte fast 2,6 Prozent auf 12.382 Punkte ab. In Frankfurt war der Dax 2,3 Prozent schwächer bei 13.230 Punkten aus dem Handel gegangen.
Um die Inflation wieder in den Griff zu bekommen, hat die Fed zuletzt schon die Zinsen erhöht, und weitere Zinsschritte werden erwartet. Investoren fürchten nun, dass dies die weltweite Wirtschaft schwächt und möglicherweise eine Rezession auslöst.
Der Dollar legte zu, der Euro fiel unter die Parität und notierte fast ein Prozent schwächer. Börsianer erhoffen sich vom Notenbankertreffen in Jackson Hole Aufschluss über den weiteren Kurs der Fed.
Vorher dürfte der Dollar stark bleiben, sagte Marc Chandler, Chefstratege bei Bannockburn Global Forex. „Ich denke, hier gilt: Kauf das Gerücht, das Gerücht von steigenden Zinsen, und verkauf dann, wenn es eingetreten ist!“ Von Reuters befragte Analysten rechnen mit einer Zinserhöhung um 50 Basispunkte im September.
Einzelwerte im Fokus:
Signify Health: Um 32 Prozent aufwärts ging es dagegen für die Titel von Signify Health. Sie reagierten auf einen Bericht vom Sonntag, wonach UnitedHealth, Amazon, CVS Health und Option Care Health für den Gesundheitsdienstleister bieten.
Bed Bath & Beyond: Die Titel verlieren weitere 16,2 Prozent, nachdem sie am Freitag um mehr als 40 Prozent eingebrochen waren. Grund für diesen Ausverkauf: Investor Ryan Cohen hatte seine Aktien des Haushaltswarenhändlers verkauft. Bloomberg berichtet außerdem, dass einige Lieferanten ihre Lieferungen an den Einzelhändler aufgrund unbezahlter Rechnungen gestoppt haben.
AMC Entertainment: Die Aktien des Kinobetreibers AMC verloren nach einer Art Aktiensplit knapp 42 Prozent. Die Probleme bei Cineworld seien eine Warnung für den ganzen Sektor, sagte Sophie Lund-Yates von der Investmentgesellschaft Hargreaves Landsdown.
Der unter einem hohen Schuldenberg ächzende britische Kinobetreiber erwägt eine Sanierung unter US-Insolvenzrecht. Die Branche leidet unter den Folgen der Corona-Krise und geänderten Sehgewohnheiten der Zuschauer, die vielfach auf dem heimischen Sofa Filme bei Streamingdiensten schauen und den Gang ins Kino scheuen.
Ford: Die Aktie gab um fünf Prozent nach. Ein Geschworenengericht hatte am Freitag ein Urteil in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar gegen den Automobilhersteller gefällt. In dem Fall ging es um einen tödlichen Unfall, bei dem es um die Dachfestigkeit älterer Super-Duty-Pick-ups ging.
Tesla: Tesla-CEO Elon Musk kündigte an, den Preis für die Full-Self-Driving-Software des Unternehmens im nächsten Monat um 3.000 Dollar auf 15.000 Dollar zu erhöhen, weil es eine aktualisierte Version der Software auf breiter Front geben soll. Tesla-Aktien fielen um 2,3 Prozent.
Netflix: Netflix-Aktien fielen um sechs Prozent, nachdem die Analysten von CFRA die Aktie auf „verkaufen“ von „halten“ herabgestuft hatten. Das Unternehmen sagte, dass Netflix wahrscheinlich schlechter abschneiden werde als der S&P 500, nachdem die Aktie von ihren Tiefstständen Mitte Juli um 40 Prozent gestiegen war.
DocuSign: Das Unternehmen für elektronische Signaturen wurde von RBC Capital von „outperform“ auf „sector perform“ zurückgestuft. RBC sieht einen langen Weg bis zu einem Turnaround, unter anderem aufgrund von Ausführungsproblemen und der Tatsache, dass es derzeit keinen festen CEO gibt. DocuSign-Aktien fielen um 4,3 Prozent.