Märkte Insight: Die unschöne neue Welt des Geldes
Geopolitische Spannungen haben seit mehr als 100 Jahren immer wieder zu höherer Inflation geführt und werden das auch künftig tun.
Foto: HandelsblattChristine Lagarde hat Anfang der Woche in New York eine bemerkenswerte Rede gehalten. In vielen Punkten hat die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) sich zwar mit Andeutungen oder der Nennung von möglichen Problemen begnügt, ohne konkreter darauf einzugehen.
Aber ihre Botschaft war klar: Wir stehen am Beginn eines neuen Zeitalters. Mit der jahrzehntelang gewohnten Ruhe unter der Dominanz der Vereinigten Staaten ist es vorbei. Darauf müssen sich die Notenbanken einstellen, betonte sie. Das bedeute aber auch, dass den Kapitalmärkten Konsequenzen drohen.
Von Aufregung war an den Märkten allerdings wenig zu spüren. Die Anleger hatten sich am Dienstag über die Stärke der chinesischen Wirtschaft gefreut und waren am Mittwoch etwas bedrückt, weil die Inflation in Großbritannien entgegen den Erwartungen nicht unter zehn Prozent fiel.
Dies ließ gleich wieder Sorgen aufleben, die Notenbanken könnten doch noch länger auf hohe Zinsen setzen als erhofft. Der Dax beendete den Handel 0,1 Prozent im Plus bei 15.895 Punkten, nachdem es zuvor schon Hoffnungen gegeben hatte, die magische Grenze von 16.000 Punkten könnte erneut überschritten werden.