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Handelsblatt Rethink WorkHülya Süzen über ihre Karriere bei der Bundeswehr

Hülya Süzen war eine der ersten Frauen mit Migrationshintergrund in der Truppe. Sie spricht über die anfängliche Skepsis ihrer Großfamilie, das „Leben in der Lage“ und Schicksalsschläge.Kirsten Ludowig 24.04.2023 - 09:13 Uhr Artikel anhören

Die Muslimin mit kurdisch-türkisch-arabischen Wurzeln ist Leutnant bei der Luftwaffe.

Foto: Handelsblatt

Düsseldorf. Als kleines Mädchen wollte Hülya Süzen Ritter werden, denn die „Prinzessin, die musste ja immer gerettet werden“, sagt sie. Später dann wollte sie zur Bundeswehr – ein ungewöhnlicher Wunsch für eine Muslimin mit kurdisch-türkisch-arabischen Wurzeln.

Ob er noch bei Sinnen sei, seine Tochter in ein „Heer von Männern zu lassen“, wurde ihr Vater von der Großfamilie gefragt, erzählt Süzen in der neuen Podcast-Folge von Handelsblatt Rethink Work. Obendrein in eine Truppe, die das Kreuz als Symbol trägt.

Ihr Vater antwortete mit einem kurdischen Spruch: „Ein Löwe ist ein Löwe, egal ob Mann oder Frau“, sagte er. „Und meine Tochter ist ein Löwe, die macht das.“

Als Süzen 2004 zur Bundeswehr kam, war sie eine der ersten Frauen mit Migrationshintergrund in der Truppe. Sie ließ sich zur Rettungsassistentin ausbilden, war im Kosovo, beriet Vorgesetzte im Umgang mit Soldatinnen und Soldaten anderer Religionen, holte das Abi nach, studierte neben dem Dienst und schloss in mehreren Fächern ab.

Und sie macht seit Ausbruch des Ukrainekriegs die Erfahrung, dass ihr die Menschen anders begegnen, wenn sie in Uniform unterwegs ist. „Freundlicher und mit ehrlichem Interesse. Man bedankt sich auch“, erzählt Süzen. „Das habe ich in 19 Jahren Dienstzeit nicht erlebt.“

Muslimin, Ex-Boxerin, Soldatin: Hülya Süzen über ihre Karriere bei der Bundeswehr

24.04.2023
Abspielen 39:03

Heute ist die 40-Jährige Leutnant bei der Luftwaffe und stellvertretende Vorsitzende der Luftwaffe im Deutschen Bundeswehr Verband. Sie ist jetzt da, wo sie immer hinwollte.

Doch es gab auch viele Schicksalsschläge in ihrem Leben: Eine katastrophale Scheidung, eine Hirnblutung, das Ende als Profiboxerin. Aber sie weiß: „Am Boden zu sein heißt, dass es nur noch einen Weg gibt: nach oben.“

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