Handelsblatt Rethink Work: WeWork: Haben Coworking- und Büroflächen-Anbieter noch eine Zukunft?
Die Juristin Katharina von Schacky führt seit März 2022 die Deutschlandtochter des Bürovermieters WeWork. Zuvor war sie seit 2020 in verschiedenen Positionen für das Unternehmen tätig.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Die Geschichte von WeWork ist, vorsichtig formuliert, turbulent. 2010 in New York als Anbieter von Coworking-Flächen für Unternehmen und Privatnutzer gegründet, verfügt das Unternehmen heute über 723 Standorte weltweit in 119 Städten. Dazwischen lagen ein gescheiterter Börsengang, der Rücktritt von Gründer und Ex-CEO Adam Neumann nach diversen Skandalen und eine globale Covid-Pandemie, bei der Menschen teilweise nicht mehr ins Büro gehen durften. Der Umsatz von WeWork brach dementsprechend ein, Mitarbeitende mussten entlassen werden.
Die Juristin und heutige WeWork-Deutschland-Chefin Katharina von Schacky stieß im Januar 2020 zu dem Unternehmen – kurz nach dem geplatzten Börsengang und kurz vor Beginn der Pandemie.
Im Handelsblatt-Podcast Rethink Work mit Charlotte Haunhorst sagt sie über diese Zeit: „Ich hatte vorher einen ganz liebenswerten ehemaligen Chef, mit dem ich auch heute noch befreundet bin. Der sagte zu mir: ,Ich biete dir jeden Job an, damit du bleibst. Willst du das wirklich machen?'“
Damals habe sie aber allen Umständen zum Trotz die Vision von WeWork überzeugt. „Ich komme ja aus dem Handel, den ich viele Jahre betreut habe. Da gab es ja auch einen großen Wandel mit dem Beginn des Onlinehandels und der Entwicklung zu Omni-Channels. Ich war mir dieses Umbruchs bewusst. Und jetzt wollte ich eben auf der anderen Seite sitzen. Nicht auf der des stationären Handels auf dem Weg zu einem Online-Unternehmen, sondern auf der Seite des Vorreiters. Das treibt an.“
Heute fokussiert sich WeWork Deutschland vor allem auf Großstädte und flexible Lösungen – so können Kunden beispielsweise weltweit die Büros nutzen. Über die Fusion mit einem anderen Unternehmen erfolgte Ende 2021 doch noch der Börsengang, der Umsatz des Unternehmens steigt. Von Schacky selbst glaubt auch an die Zukunft des Konzepts Büro, insofern man den Mitarbeitenden die Wahl lässt.
„Ich glaube, das Wichtige ist, dass man nachhaltig wächst. Aber wenn wir an einem Standort gut ausgelastet sind, dann schauen wir natürlich schon nach neuen Flächen. Weil wir sehen, lesen und hören, dass der flexible Markt stets weiter wachsen wird“, so von Schacky. „Ich glaube, in Deutschland sind wir aktuell bei drei oder vier Prozent des Gesamtmarktes. Die letzten Zahlen, die ich gerade gesehen habe, waren, dass Unternehmen meinen, dass er auf 20 Prozent wachsen wird.“
Inwiefern von Schacky in ihrem Job in Deutschland die WeWork-Skandale in den USA aufarbeiten musste, welche Homeoffice-Regeln bei dem Unternehmen gelten und worauf sie selbst achtet, wenn sie ein Büro betritt, hören Sie in der aktuellen Folge Handelsblatt Rethink Work.