Rohstoffe: Showdown nach der „Nickel-Krise“ in London
Paul Singer wirft der Metallbörse LME vor, dass die Marktintervention ungerechtfertigt und unfair gewesen sei.
Foto: ReutersLondon. In London beginnt am Dienstag ein Gerichtsprozess, der für die Rohstoffmärkte weitreichende Folgen haben könnte. Der amerikanische Hedgefonds Elliott Investment Management hat die 146 Jahre alte Rohstoffbörse London Metal Exchange (LME) wegen angeblich ungerechtfertigter Interventionen in den Markt für Nickel verklagt.
Sollte sich Singer mit seiner Forderung durchsetzen, droht der LME eine Klageflut weiterer Investoren, die von der sogenannten „Nickel-Krise“ im März vergangenen Jahres betroffen waren.
Die LME hatte den Handel mit Nickel am 8. März 2022 ausgesetzt und zugleich Kontrakte im Wert von rund vier Milliarden Dollar annulliert. Vorausgegangen war ein beispielloser Anstieg des Nickelpreises um bis zu 250 Prozent innerhalb von zwei Tagen, auch weil viele Händler einen Lieferengpass nach Ausbruch des Krieges in der Ukraine befürchteten.
Grund für den Preissprung waren aber auch Spekulation des chinesischen Rohstoffhändlers und Milliardärs Xiang Guangda, der auf sinkende Preise gesetzt hatte. Der Markt bewegte sich jedoch in die entgegengesetzte Richtung und der Preis für eine Tonne Nickel übersprang die Markte von 100.000 Dollar. Heute wird Nickel zum Kurs von rund 25.000 Dollar notiert.