Harvard-Ökonom Rogoff: „Es gibt wieder dieses Gefühl des Jahres 2008“
Der Harvard-Ökonom sieht auch für Europa das Risiko einer Krise: Besonders Italien könnte zu einem Problem werden.
Foto: Anadolu Agency/Getty ImagesDüsseldorf. Kenneth Rogoff gehört unter den Wirtschaftswissenschaftlern nicht zur Kategorie der Crash-Propheten. Aber der Harvard-Ökonom warnt seit vielen Jahren, dass die Verschuldungs- und Rettungspolitik der vergangenen Jahre ihren Preis habe.
Jetzt mit der Rückkehr der Inflation und den steigenden Zinsen könnte drohen, was im vergangenen Jahr längst hätte passieren können: eine neue systemische Krise. Die Weltwirtschaft stehe so fragil da, wie lange nicht. Und den Regierungen und Notenbanken bleibe wohl auch dieses Mal kaum eine andere Wahl, als zu retten, was zu retten ist.
Herr Rogoff, nach der Pleite zweier mittelgroßer US-Banken garantiert der Staat einmal mehr für die gesamten Einlagen und schafft neue Instrumente zur Sicherung des Finanzsystems. Sollte das eigentlich nach den Erfahrungen mit der Finanzkrise nicht unter allen Umständen verhindert werden?
Ja, sollte es – und tatsächlich haben die Regulierer zumindest einige wesentliche Schritte unternommen, um den Kern des Finanzsystems sicherer zu gestalten. Vor allem die Handvoll Großbanken wurden stärker reguliert und mussten stärkere Eigenkapitalanforderungen erfüllen.