Insolvenzbericht: Die wichtigsten Erkenntnisse der Wirecard-Schlussbilanz
Unter der Ägide des vorläufigen Insolvenzverwalters begann ein kaum vorstellbarer Sicherungsprozess von Daten rund um den Globus.
Foto: ReutersFrankfurt, Düsseldorf. Der Insolvenzverwalter Michael Jaffé hat beim Amtsgericht München seinen vorläufigen Insolvenzbericht vorgelegt. Auf 359 Seiten zeichnet er ein düsteres Bild der Vermögenslage des Konzerns und beschreibt, mit welchen Schwierigkeiten er kämpft, um die Reste des Zahlungsdienstleisters zu stabilisieren.
Das Handelsblatt hat die wichtigsten Erkenntnisse zusammengefasst – zur desolaten finanziellen Lage des Konzerns, zu den exzessiven Kosten, Abwerbekampagnen von Wettbewerbern unter der Belegschaft bis hin zu Schadensersatzforderungen gegenüber den Verantwortlichen.
Wie hoch verschuldet ist Wirecard?
Den Konzernverbindlichkeiten in Höhe von 3,2 Milliarden Euro stehen verwertbare Vermögenswerte in Höhe von 428 Millionen Euro gegenüber. Dazwischen klafft eine Lücke in Höhe von 2,8 Milliarden Euro. Damit ist Wirecard klar überschuldet. Noch prekärer ist die Liquiditätslage: Das frei verfügbare Vermögen beläuft sich auf 26,8 Millionen Euro, die sich noch auf Bankkonten fanden.
Bei den Sachanlagen wurde Jaffé kaum fündig: Von der Büroausstattung bis hin zur ausgeprägten IT ist bei Wirecard so ziemlich alles geleast. Zwei der drei großen Tochtergesellschaften von Wirecard sind selbst insolvent, die Anteile sind für die Holding wertlos.