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Jens Lütcke Ein ehemaliger „Sofort“-Gründer will Banken für „Bluecode“ begeistern

Zwölf Jahre hatte Jens Lütcke beim Zahlungsanbieter Sofort gearbeitet. Nach einem Abstecher in eine andere Branche, ist er nun Geschäftsführer bei Bluecode.
29.01.2020 - 13:00 Uhr Kommentieren
Der ehemalige Co-Gründer der Sofort GmbH ist nun Geschäftsführer bei Bluecode. Quelle: Blue Code International AG
Jens Lütcke

Der ehemalige Co-Gründer der Sofort GmbH ist nun Geschäftsführer bei Bluecode.

(Foto: Blue Code International AG)

Frankfurt Wenn Jens Lütcke das mobile Bezahlsystem Bluecode erklärt, klingt es, als würde er schon seit Jahren für das Thema brennen. Er spricht schnell und beschreibt detailliert, warum sich Banken diesem System anschließen sollten und welchen Nutzen es den Kunden bringt. Tatsächlich ist er gerade erst bei dem Unternehmen eingestiegen. Als sogenannter Deputy CEO ist er seit Anfang Januar Mitglied der Geschäftsführung des Zahlungsdienstleisters Blue Code International, bestätigt er dem Handelsblatt. Doch die Vision, ein europäisches Zahlungssystem aufzubauen, hatte er schon viel früher.

Vor rund 15 Jahren hat der promovierte Internetrechtler das Finanz-Start-up Sofort GmbH mitgegründet. Dessen „Sofort Überweisung“ wurde zu einem verbreiteten Online-Bezahlverfahren. 2014 hat der schwedische Konkurrent Klarna das Münchener Unternehmen übernommen. Danach blieb Lütcke noch drei Jahre als Geschäftsführer bei dem Unternehmen. Im Anschluss war er ein Jahr Geschäftsführer bei Ipan, einer Firma, die Services und Software zum Organisieren von geistigen Eigentumsrechten anbietet. Die wurde zwischenzeitlich jedoch von einem deutlich größeren Unternehmen gekauft.

Den Wechsel zu Blue Code International erklärt der 48-Jährige so: „Mit Bluecode kann ich eine Vision vorantreiben, die ich selbst schon vor etlichen Jahren hatte. Zudem ist mein persönlicher Einfluss in einem Unternehmen mit rund 60 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen größer als in einem Konzern, und es ist mir wichtig, etwas zu bewegen.“ Zu seinen konkreten Aufgaben gehöre es nun, Banken als Partner für Bluecode zu gewinnen und sie bei der Integration des Zahlungssystems zu unterstützen.

Bluecode ist 2015 als Bezahlsystem für das Smartphone gestartet, bei dem Kunden beim Bezahlen an der Kasse einen Strichcode von ihrem Handy scannen lassen. Abgebucht wird das Geld von einem verknüpften Bankkonto. In Österreich funktioniert das bereits in vielen Supermärkten. In Deutschland ist die Zahl der Partner gering. Dazu zählen etwa Globus, mehrere Studentenwerke und Stadien wie das des 1. FC Köln. Zudem kann Bluecode für das Bezahlen in Apps verwendet werden, zum Beispiel in der Fan-App des 1. FC Köln.

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    Der Durchbruch steht noch aus

    Für den großen Durchbruch bräuchte Bluecode mehr Partner auf der Händlerseite. Aber auch zusätzliche Bankpartner könnten helfen. Lütckes Argument, um sie zu locken: „Bei Bluecode steht das Bankkonto im Fokus, die Banken behalten den Kontakt zu ihren Kunden und können ihnen Mehrwerte wie Bonusprogramme bieten.“ Bei Bezahlmethoden wie Google Pay und Apple Pay trete die Bank dagegen in den Hintergrund – so sein bereits gut eingeübtes Verkaufsargument. Vorbild sind die chinesischen Apps Alipay und WeChat-Pay, über die Nutzer nicht nur bezahlen können, sondern beispielsweise auch auf Sonderangebote und Rabattaktionen aufmerksam gemacht werden.

    Mit Sofort Überweisung hatte Lütcke einst den Zorn der Deutschen Kreditwirtschaft auf sich gezogen, weil die Kunden in dem Bezahlprozess ihre Kontozugangsdaten preisgeben müssen. Die Geldhäuser hatten eine solche Datenweitergabe in ihren AGB verboten. Das Kartellamt hatte die AGB gekippt, doch ein Gerichtsverfahren zu dieser Sache ist bis heute nicht abgeschlossen. Diese Vorgeschichte wertet Lütcke dennoch nicht als Nachteil für seine anstehende Akquise. „Sofort Überweisung war immer eine bankenfreundliche Lösung, da auch hier der Bankkunde sein Bankkonto genutzt hat und nicht einen Drittaccount wie zum Beispiel Paypal“, sagt er.

    Christian Pirkner, Gründer und CEO von Blue Code International, lobt Lütcke als „Führungspersönlichkeit mit langjähriger Erfahrung im strategischen Aufbau und in der Internationalisierung von innovativen Zahlungslösungen“. Auch sein regulatorisches Know-how rund um die zweite EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 sei hilfreich. Dank der Datenschnittstellen, die Banken im Zuge dieser Regulierung einrichten mussten, könnten sie auch schnell an Bluecode angebunden werden, so Lütcke.

    Einen festen Schreibtisch bekommt Lütcke in dem Unternehmen, das Büros in Lachen (Schweiz), Wien und Innsbruck hat, nicht. „Ich werde viel auf Reisen sein und zum Teil auch aus dem Homeoffice in München arbeiten“, sagt er. Ein Umzug ist für ihn und seine Familie also nicht nötig. Ist er doch mal im Büro, kann er dort einen alten Bekannten treffen: Georg Schardt ist seit vergangenem Sommer als Chief Commercial Officer ebenfalls Mitglied der Geschäftsführung bei Blue Code International. Er hatte schon bei Sofort beziehungsweise Klarna acht Jahre lang mit Lütcke zusammengearbeitet.

    Mehr: Bezahlen per Smartphone: Bluecode erhält zwölf Millionen Euro Finanzierung.

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