Fußball: Warum sich der Fußball mit Nachhaltigkeit so schwertut
Fußball und Nachhaltigkeit – das passt auf den ersten Blick nur schwer zusammen.
Foto: IMAGO/HMB-MediaFrankfurt, Düsseldorf. Philipp Heßberger weiß, dass eine Mammutaufgabe vor ihm liegt. „Bei einem Traditionsverein mit über 120.000 Mitgliedern und internationalen Ambitionen wirken eigene Schwerkräfte“, sagt der Referent des Vorstands von Eintracht Frankfurt. Heßbergers Aufgabe ist es, den Fußball-Bundesligisten nachhaltiger zu machen. Doch das ist nicht einfach. „Deshalb stehe ich zu meiner Aussage, dass wir niemals der grünste Klub der Bundesliga werden“, sagt er.
Fußball und die unter dem Schlagwort ESG zusammengefassten strengen Vorgaben bei den Themen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung – das will nicht so recht zusammenpassen. Tausende Fans reisen zu Spieltagen mit dem Auto an, zu internationalen Partien gar mit dem Flugzeug.
Mannschaften legen auch kurze Strecken mit dem Jet zum nächsten Spielort oder ins Winterlager am Persischen Golf zurück. Und dann ist da der Stadionbetrieb mit hohem Stromverbrauch und Großcatering samt Schweinebratwurst.
Nachhaltigkeit spielt bisher eine untergeordnete Rolle im Fußball, einer Unterhaltungsbranche, die von internationalen Großveranstaltungen lebt. Doch der Sport muss dringend aufholen, weiß auch Heßberger. „Die Wirtschaft ist dem Fußball beim Thema ESG um Jahre voraus“, sagt er. Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) als erste Profiliga weltweit die Einhaltung solcher Kriterien als Bedingung zur Lizenzvergabe festgeschrieben.