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VertriebspartnerschaftDeutsche Bank prüft Joint Venture in China

Das Institut strebt eine Mehrheitsbeteiligung an einem Joint Venture mit der chinesischen Postal Savings Bank an. Vor allem die Fondstochter DWS könnte davon profitieren.Yasmin Osman 05.01.2022 - 15:07 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Ein chinesisches Magazin berichtet über ein mögliches Joint Venture der Bank.

Foto: dpa

Frankfurt. Die Deutsche Bank befindet sich in Gesprächen mit der Vermögensverwaltungseinheit der Postal Savings Bank of China (PSBC) über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens. Ziel sei es, Zugang zu chinesischen Privatinvestoren zu erhalten, hieß es in Bankkreisen.

Das größte deutsche Kreditinstitut strebe eine Mehrheitsbeteiligung an dem neuen Unternehmen an, berichtete zuerst das Finanzmagazin „Caixin“ unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Gespräche befänden sich noch in einem frühen Stadium, eine Einigung stehe noch nicht unmittelbar bevor, hieß es. Die Deutsche Bank wollte sich zu dem Thema nicht äußern. 

Die Bank und ihre ebenfalls an der Börse notierte Fondstochter DWS haben in der Vergangenheit immer wieder betont, dass sie Asien und insbesondere China für einen wichtigen Wachstumsmarkt halten. Mit Blick auf die Risiken im chinesischen Immobilienmarkt dürfte die Deutsche Bank derzeit allerdings weniger an Kredit- oder Immobiliengeschäfte, sondern vor allem an den Vertrieb von Fondsprodukten denken.

Von einem Joint Venture für den Vertrieb von Finanzprodukten könnte daher vor allem die Fondsgesellschaft DWS profitieren, die seit Längerem nach passenden Übernahmezielen sucht. Vorstandschef Asoka Wöhrmann macht aus seinem Interesse an Asien keinen Hehl: „China und Asien gehören zweifellos zu den attraktivsten Märkten für Vermögensverwalter“, hatte er dem Handelsblatt im vergangenen Juni in einem Interview gesagt. Die Volksrepublik sei sicher „einer der dominierenden Märkte für die DWS von morgen“.

Schon damals hatte Wöhrmann Interesse an möglichen Kooperationen signalisiert: „Wir können uns alles vorstellen, von Vertriebspartnerschaften über Beteiligungen und ergänzende Zukäufe bis hin zu größeren Übernahmen. Wir screenen den Markt sehr sorgfältig“, sagte er damals.

Deutsche Bank baut Chinageschäft schrittweise aus

Die Deutsche Bank hatte ihren Handlungsspielraum in China in der Vergangenheit immer wieder vergrößert. Im Dezember erwarb das Institut eine Lizenz, die es ermöglicht, für chinesische Investoren Fondsanteile zu verwahren. Im Wertpapiergeschäft betreibt die Deutsche Bank bereits ein Joint Venture mit Shanxi Securities, an dem die Frankfurter 33 Prozent halten.

In der Vermögensverwaltung arbeitet das Geldhaus mit Harvest Funds Management zusammen, einer der größten Investmentfirmen in der Volksrepublik. Hier summiert sich die Beteiligung auf 30 Prozent.

Einen Rückschlag hatte die Chinaexpansion 2016 erlebt. Damals verkaufte das Institut, das damals dringend Kapital benötigte, seine Minderheitsbeteiligung an der im Privatkundengeschäft aktiven Hua Xia Bank. Zu diesem Zeitpunkt – so ist zu hören – war es ausländischen Banken allerdings auch noch nicht erlaubt, eigene Produkte zu vertreiben. Seit China seinen Vermögensverwaltungsmarkt 2019 für ausländische Investoren geöffnet hat, drängen große Finanzinstitute in diesen Markt.

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Aus diesem Grund wäre eine Kooperation mit einem potenziell starken Vertriebspartner wie der PSBC umso attraktiver. Das an den Börsen von Hongkong und Schanghai gelistete Institut verfügt über etwa 40.000 Filialen und hat nach eigenen Angaben etwa 600 Millionen Privatkunden. PSBC hatte Ende 2019 eine Vermögensverwaltungstochter gegründet, die PSBC Wealth Management.

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