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VersichererAllianz erwägt Beendigung von Joint-Ventures in Indien

Der deutsche Konzern will offenbar zwei indische Kooperationen beenden. Der asiatische Partner blockiert demnach Versuche der Allianz, ihren Anteil zu einem niedrigeren Preis aufzustocken. 22.10.2024 - 14:23 Uhr Artikel anhören
Die Allianz liegt offenbar im Streit mit ihrem Partner in Indien. Foto: dpa

Düsseldorf. Die Allianz ist in Gesprächen, zwei indische Joint Ventures mit Bajaj Finserv aufzulösen, weil es Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung der Partnerschaft gibt. Das berichten mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Allianz wolle sich aus der Bajaj Allianz Life Insurance und der Bajaj Allianz General Insurance zurückziehen, weil der indische Partner dem Münchner Versicherer nicht erlaube, seine Anteile zu einem reduzierten Preis aufzustocken, sagten die Personen, die namentlich nicht genannt werden wollten. Die Deutschen hätten auch kein Mitspracherecht bei strategischen Entscheidungen, hieß es.

Nach jahrelangen Differenzen zwischen den Unternehmen hat die jüngste Eskalation die Joint Ventures nach mehr als zwei Jahrzehnten an den Rand des Scheiterns gebracht. Die Allianz erwäge nun stattdessen, Anteile an neu gegründeten Versicherungsunternehmen zu kaufen, um in dem schnell wachsenden südasiatischen Land präsent zu bleiben, sagten zwei der Personen, ohne weitere Details zu nennen. Bajaj hält 74 Prozent an den Gemeinschaftsunternehmen mit der Allianz.

„Die Allianz hat Bajaj mitgeteilt, dass sie angesichts ihrer strategischen Prioritäten einen Ausstieg aus den Joint Ventures für Lebens- und allgemeine Versicherungen aktiv in Betracht zieht“, erklärte Bajaj Finserv in einer Stellungnahme nach der Bloomberg-Meldung. “Sie hat darauf hingewiesen, dass sie dem indischen Versicherungsmarkt weiterhin verbunden bleibt, aber nicht über Alternativen spekulieren wird.” Die Allianz nehme keine Stellung zu Marktgerüchten, hatte ein Sprecher des Unternehmens mit Sitz in München zuvor gesagt.

Die Gespräche sind laut der Mitteilung vorläufiger Natur, und die Allianz habe sich verpflichtet, einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten, falls sie sich aus den Joint Ventures zurückziehen sollte.

Die Aktien von Bajaj Finserv fielen in Mumbai um bis zu 1,8 Prozent, konnten sich aber wieder etwas erholen. Allianz verloren bis zu 0,9 Prozent auf Xetra und notierten zuletzt 0,8 Prozent niedriger.

Indiens Versicherungsdurchdringungsrate — das Verhältnis von Prämien zum Bruttoinlandsprodukt — ist weniger als halb so hoch wie in Ländern wie Südafrika und Kanada, was auf starke Wachstumsaussichten für den Sektor hindeutet, wie Daten der Versicherungsaufsicht zeigen.

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Bajaj Allianz General Insurance ist nach gebuchten Bruttoprämien der drittgrößte Versicherer des Landes, während Bajaj Allianz Life Insurance einer der am schnellsten wachsenden Lebensversicherer ist und zum 31. März ein verwaltetes Vermögen von 1 Billion Rupien (11 Milliarden Euro) aufwies, wie aus Börsenmeldungen hervorgeht.

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