EZB-Zinsentscheid: Märkte setzen auf eine Zinspause
Frankfurt. Die Renditen für Staatsanleihen in Europa sind so stark gestiegen wie seit Jahrzehnten nicht – doch EZB-Präsidentin Christine Lagarde gibt sich davon unbeeindruckt. Man verfolge sehr aufmerksam, was an den Märkten passiere, sagte die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), nachdem die Notenbank die Leitzinsen wie erwartet weiter gesenkt hat. Handlungsbedarf sehe sie aber nicht.
Die Rendite von Bundesanleihen ist Mitte dieser Woche so stark in die Höhe geschossen wie zuletzt zu Zeiten der Wiedervereinigung. Auslöser ist die Ankündigung von Union und SPD, Hunderte Milliarden Euro an Steuergeld für Verteidigung und Infrastruktur auszugeben.
Auch EU-weit sollen die Verteidigungsausgaben steigen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen will dafür die EU-Schuldenregeln ein weiteres Mal aussetzen. In der Folge müssen andere Euro-Länder plötzlich ebenfalls deutlich höhere Zinsen für die Schuldenaufnahme zahlen.
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Lagarde zufolge ist die EZB dabei, die starken Ausschläge binnen 24 Stunden einzuordnen. Für die Notenbank sei das aber kein Anlass, ihre Geldpolitik zu ändern. Lagarde wies lediglich darauf hin, dass alle Euro-Länder in ähnlicher Weise von höheren Finanzierungskosten betroffen seien.