Geldpolitik: Fed erhöht Leitzins um 0,75 Prozentpunkte – „Arbeitsmarkt aus dem Gleichgewicht“
Die US-Notenbank sagt der Inflation mit einer weiteren Zinserhöhung den Kampf an.
Foto: ReutersFrankfurt. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) hat erneut ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation von zuletzt 8,3 Prozent deutlich gemacht. Sie erhöhte den Leitzins am Mittwoch um 0,75 Prozentpunkte (75 Basispunkte) auf eine Spanne von 3,0 bis 3,25 Prozent. Die Märkte hatten mit diesem Schritt gerechnet, aber auch eine Anhebung um einen vollen Prozentpunkt nicht ausgeschlossen.
Michael Heise, Chefökonom von HQ Trust, kommentiert: „Die Fed hat in dem schnellsten Zinserhöhungszyklus seit Ende der 80er-Jahre zum dritten Mal in Folge ihre Leitzinsen um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Ihre Politik ist damit nicht länger als neutral, sondern als konjunkturdämpfend anzusehen.“ Die Frage, ab wann genau die Zinsen dämpfend wirken, ist unter Experten allerdings durchaus umstritten.
Diane Swonk, Chefökonomin von KPMG, schrieb auf Twitter: „Die Fed bewegt sich jetzt in einem Bereich, den sie für restriktiv hält.“ Außerdem merkte sie an, die Notenbank sei nun bereit, eine Rezession zu riskieren, in der Hoffnung, diese sei gegenüber permanent hoher Inflation „das kleinere Übel“.