Immobilien: Unbeliebte Eigentümer: Ferienhausbesitzer geraten in Österreich stärker unter Druck
Die Gemeinde wehrt sich gegen die Auswüchse auf dem Zweitwohnungsmarkt
Foto: dpaWien. Einmal pro Monat trifft sich Wolfgang Schnöll, der Amtsleiter der Salzburger Gemeinde Bad Hofgastein, mit einem Detektiv. Dessen Aufgabe war es ursprünglich, bei säumigen Hotels die Kurtaxe einzutreiben. Mittlerweile macht er auch Jagd auf Zweitwohnungsbesitzer, die ihr Domizil bei der Gemeinde nicht korrekt als Nebenwohnsitz angemeldet haben.
Bad Hofgastein kämpft so gegen die Auswüchse des Zweitwohnungsgeschäfts, das in Österreich stärker boomt denn je. Mit Folgen: Die lebhafte Nachfrage von Ausländern heizt die Grundstückspreise an. Angesichts der hohen Aktienpreise suchen wohlhabende Sparer nach soliden Sachwerten – fündig werden sie in Österreichs Tourismusregionen in Tirol, Salzburg und Kärnten, die auch bei vielen Deutschen sehr beliebt sind. „Es läuft gerade ziemlich rund“, sagt der einheimische Rechtsanwalt Siegfried Kainz.
Die Immobilienpreise sind im Jahr 2020 laut der Österreichischen Nationalbank im Durchschnitt um zehn Prozent gestiegen. Die Entwicklung bei den Zweitdomizilen lässt sich allerdings nicht mit einer einzigen Zahl messen – zu heterogen ist der Markt. In Österreich gibt es das ganze Spektrum an Zweitwohnsitzen - von der Luxusvilla bis zur vernachlässigten „Spelunke“, wie Amtsleiter Schnöll sagt.