Energie & Klima: Das Potenzial von Großwärmepumpen für die Wärmewende
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Foto: HandelsblattEnergieexperten blicken derzeit sehr interessiert auf die Hafenstadt Esbjerg im Südwesten Dänemarks. Dort wird bald eine große Meerwasser-Wärmepumpe in Betrieb genommen. Sie soll 100.000 Menschen in der Region mit Wärme versorgen und so das örtliche Kohlekraftwerk überflüssig machen. Auch in anderen nordeuropäischen Städten sind bereits solche Großwärmepumpen in Betrieb.
Welches Potenzial es für sie in Deutschland gibt, hat die Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geothermie IEG (Fraunhofer IEG) im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung untersucht. Die Forscher haben sich konkret die Möglichkeiten in Sachsen und Brandenburg angeschaut. Beide Bundesländer verfügen über große Fernwärmenetze, die sich für solche Anlagen eignen.
Großwärmepumpen funktionieren nach dem gleichen Prinzip wie Wärmepumpen für Einfamilienhäuser. Sie übertragen Wärme aus der Umgebung auf ein Kältemittel. Durch Verdichtung wird die vorhandene Wärme auf ein höheres Temperaturniveau gebracht und ins Wärmenetz eingespeist.
„Großwärmepumpen, gelegentlich auch große Wärmepumpen genannt, starten bei circa 100 Kilowatt und können Leistungen von mehreren Megawatt erreichen“, schreibt der Bundesverband Wärmepumpe. Zum Vergleich: Eine herkömmliche Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus hat eine Leistung von etwa 15 Kilowatt (kW). Die Großwärmepumpe in Esbjerg soll eine Leistung von 70.000 Kilowatt beziehungsweise 70 Megawatt bieten.