Immobilien: „In den nächsten fünf Jahren hängt vieles von Europa ab“
Düsseldorf. Susanne Eickermann-Riepe ist Vorsitzende des European World Regional Board bei der Royal Institution of Chartered Surveyors (RICS), einem weltweit aktiven Berufsverband für Immobilienfachleute. Innerhalb der Organisation wird Eickermann-Riepe in den kommenden Jahren weiter aufsteigen und 2028 als erste Frau dessen Präsidentin werden. Die Bauingenieurin war bereits in verschiedenen leitenden Positionen und Aufsichtsgremien tätig, darunter 18 Jahre als Partnerin bei PwC.
Angenommen, Sie wären Bundesbauministerin: Was wäre Ihre erste Amtshandlung?
Bei den anstehenden Veränderungen ist es wichtig, Top-down zu starten: Ein digitales und einheitliches Bauordnungsrecht in allen Bundesländern würde die Bürokratiekosten für Bauherren und Kommunen senken. Das sollte oberste Priorität sein, da es langfristig die einzige Lösung für effiziente Prozesse und sinkende administrative Kosten ist.
Welche Entwicklung oder Innovation wird Ihrer Ansicht nach die Branche in den nächsten fünf Jahren am stärksten verändern?
Die vier Ds: Deglobalisierung, Demografie, Digitalisierung und Dekarbonisierung. In den nächsten fünf Jahren hängt zudem vieles von Europa ab. Das muss sich positionieren, um einen Bedeutungsverlust zu vermeiden und um weiterhin attraktiver Investitionsstandort zu sein. Solange ausländisches Kapital zurückhaltend nach Europa und damit auch in Immobilien fließt, sind innere europäische Stärken gefragt.