Immobilien: Warum die Baubranche beim Einsatz von KI hinterherhinkt
Köln. Künstliche Intelligenz (KI) revolutioniert die Arbeitswelt und verändert ganze Branchen. Eine hinkt allerdings weit hinterher: Im Bausektor geht es nur langsam voran. Eine Umfrage des Ifo-Instituts zeigte kürzlich zwar, dass der KI-Einsatz im Bauhauptgewerbe von 7,1 auf 25 Prozent gestiegen ist. Damit schneidet die Branche im Vergleich zu anderen aber mit Abstand am schlechtesten ab. Für rund 27 Prozent der deutschen Bauunternehmen ist KI gar kein Thema.
„Die Branche verspürt einfach nicht den notwendigen Druck“, sagt Chris Richter, Leiter Strategie und Organisation bei der Beratung Drees & Sommer. „Zusätzlich fehlt es an Know-how – und zwar extern wie auch intern.“ Richter kennt die Vorbehalte und Sorgen der Entscheider im Immobiliensektor, schließlich hatte er selbst im Jahr 2015 das Start-up Animus – einen Softwareentwickler für die Immobilienbranche – gegründet und bis Ende 2022 als Geschäftsführer geleitet.
In dieser Zeit lernte er: „Zu einer Transformation gehört auch die Phase des orchestrierten Chaos, in der getestet und gescheitert wird. Genau das wollen Entscheider der Branche aber nicht und warten lieber, bis es vermeintlich perfekte, erprobte Lösungen gibt“, so der Strategieleiter und Immobilienexperte.