Wärmepumpen: Die größten fünf Irrtümer im Faktencheck
- Die Umstellung der Heizsysteme auf Wärmepumpen geht hierzulande nur schleppend voran.
- Grund dafür dürften auch einige Irrtümer über die Technologie sein, die sich hartnäckig halten.
- Zu teuer, laut, ineffizient: Wir zeigen, welche Annahmen über die Geräte inzwischen überholt sind.
Berlin. Deutsche Haushalte tun sich mit dem Einbau von Wärmepumpen weiter schwer. Nur etwa drei Prozent des Bedarfs decken sie aktuell, schätzt das Umweltbundesamt. Ganz anders Schweden und Finnland: Dort haben sich die Geräte inzwischen zur Standardheizung in Gebäuden entwickelt. Sie stellen etwa 40 Prozent des dortigen Wärmebedarfs.
Die Anlagen eignen sich für Neu- und Altbauten, für große wie kleine Häuser und sie sparen Immobilienbesitzern Kosten. Dass der Ausbau in Deutschland eher schleppend läuft, dürfte auch an Mythen und Irrtümern liegen, die nach wie vor gegenüber Wärmepumpen bestehen. Wir stellen fünf davon richtig.
1. Irrtum: Keine Wärmepumpe ohne vorherige Dämmung
Die meisten Gebäude sind für eine Wärmepumpe geeignet, ohne dass sie zuerst energetisch saniert werden müssen. Forscher des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) haben das in Feldstudien nachgewiesen. Notwendig kann es aber sein, dass Heizkörper erneuert werden.
Auch Mehrfamilienhäuser lassen sich über Wärmepumpen beheizen, ohne dass sie zuerst besser gedämmt werden müssen. Der Messdienstleister Techem stellt in seiner aktuellen Verbrauchskennwerte-Studie fest, dass in 50 Prozent der rund 120.000 Mehrfamilienhäuser, die das Unternehmen betreut, Wärmepumpen direkt eingebaut werden können. In weiteren 40 Prozent der Gebäude sei dies nach einem Tausch von Heizkörpern möglich.