Immoscout24-Chefin: So stark können Sie beim Hauskauf den Preis drücken
Die Leiterin des größten deutschen Immobilienportals Immoscout24 spricht über die schwierige Situation am Markt.
Foto: PrivatFrankfurt. Die Zinswende am deutschen Immobilienmarkt gibt Käufern neuen Verhandlungsspielraum. „Es lohnt sich für Interessenten, einen eigenen mutigen Preisvorschlag zu machen“, rät Gesa Crockford, die Co-Geschäftsführerin des größten deutschen Immobilienportals Immoscout 24, im Interview mit dem Handelsblatt. So habe sich im Jahresvergleich der Anteil der preisreduzierten Offerten auf der Plattform verdoppelt. „Anfang 2022 waren es noch 6,2 Prozent, jetzt sind es zwölf Prozent.“
Durchschnittlich müssten Verkäufer bei ihren Offerten derzeit einen Preisabschlag von rund zehn Prozent hinnehmen. „Allerdings nicht in den sehr begehrten Lagen“, schränkt Crockford ein. Die Expertin, deren Plattform rund 19,5 Millionen Immobilieninteressierte nutzen, glaubt jedoch nicht, dass der Preisrutsch am deutschen Markt sich weiter fortsetzt. Interessanten sollten daher nicht zu lange warten.
Dem Immobilienpreisindex des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) zufolge waren Wohnungen und Häuser im ersten Quartal im Bundesdurchschnitt um 2,1 Prozent billiger als im Vorjahreszeitraum. Sowohl selbst genutztes Wohneigentum als auch Mehrfamilienhäuser seien von dem Preisrückgang betroffen, heißt es in der Auswertung. In den sieben größten Städten Deutschlands war der Preisrückgang bei Immobilien allerdings geringer als im Bundesschnitt.