Neuemissionen: Der unbekannte Riese: Nürnberger Softwarekonzern Suse geht an die Börse
Die 1992 gegründete Firma bekam bislang eher wenig Aufmerksamkeit. Das dürfte sich bald ändern.
Foto: SUSEFrankfurt. Nach den Onlineplattformen Meinauto und Auto1 steuert mit dem Softwarekonzern Suse das nächste Schwergewicht die Frankfurter Börse an. Am Montag teilte das Unternehmen mit, durch den Börsengang mit den neu geschaffenen Aktien 500 Millionen Dollar beziehungsweise 420 Millionen Euro erlösen zu wollen. Zusätzlich ist die Ausgabe von neuen Anteilen für die Abwicklung eines Mitarbeiter-Beteiligungsprogramms geplant, erklärte Suse.
Das Angebot soll neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sowie bestehende Anteile des Altaktionärs umfassen. So will der Finanzinvestor EQT Anteile verkaufen.
Mit den Einnahmen will die Suse SA weiteres Wachstum finanzieren – organisch und auch über Zukäufe von anderen Firmen. Das könnten zum Beispiel Gesellschaften aus den Bereichen Open-Source-Software oder Sicherheitsanwendungen sein. Außerdem will Unternehmenschefin Melissa Di Donato mit dem Erlös die Schulden reduzieren.
Heute beginne ein neues Kapitel in der Geschichte von Suse, sagte Di Donato. Der Börsengang gebe strategische und finanzielle Flexibilität. Das Börsendebüt ist für das zweite Quartal geplant.
Im Geschäftsjahr 2020 per Ende Oktober erzielte das Unternehmen Einnahmen in Höhe von 503 Millionen Dollar, die fast vollständig auf Abonnenten entfallen. Zu den Kunden zählen nach eigenen Angaben unter anderen Siemens, Airbus und die Bundesanstalt für Arbeit sowie zahlreiche Mittelständler. Experten zufolge gehören auch IBM mit dem Softwareunternehmen Red Hat, VMware und Oracle zum Kundenkreis.