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Dax aktuell Dax schließt unter 13.300 Punkten – Bester November der Geschichte

Trotz des Minus dürfte der deutsche Leitindex bald das bisherige Rekordhoch in Angriff nehmen. Die Nebenwerteindizes MDax und SDax haben das schon geschafft.
30.11.2020 - 18:13 Uhr Kommentieren
Dax aktuell: Mögliche Einigung im Handelsstreit stützt den Dax Quelle: dpa
Dax-Kurve im Handelssaal in Frankfurt

Die Frankfurter Benchmark hat in diesem Jahr bereits mehrfach eine neue Bestmarke erreicht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Dem Dax ist am Montag in den letzten Handelsminuten die Luft ausgegangen. Der deutsche Leitindex schloss 0,3 Prozent im Minus bei 13.291 Punkten. Zwischenzeitlich hatte das Frankfurter Börsenbarometer bei bis zu 13.445 Punkten notiert.

Trotz der späten Kursverluste gelang dem Dax historisches: Mit einem Plus von 15 Prozent verbuchte der deutsche Leitindex im November den größten Monatsgewinn seit fast zwölf Jahren. In einem November lief es für ihn noch nie so gut in seiner mehr als 30-jährigen Geschichte. Gleiches gilt für den Euro Stoxx 50, der 18,1 Prozent gewann.

Vor allem die Impfstoff-Meldung des US-Pharmakonzerns Moderna hob die Stimmung an den Märkten: Das Unternehmen beantragt noch an diesem Montag eine Impfstoff-Zulassung in der EU.

Das anhaltende Stimmungshoch der Anleger hievte MDax und SDax sogar auf Rekordhochs. Die beiden deutschen Nebenwerteindizes stiegen auf 29.675 Zähler beziehungsweise 13.933 Punkte. Dabei gewann Letzterer auf Monatssicht 18,6 Prozent, der MDax gewann im selben Zeitraum 13,9 Prozent an Wert.

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    Die Anlegerstimmung signalisiert, dass Korrekturen schnell im Sande verlaufen. Denn laut der Handelsblattumfrage Dax-Sentiment dominieren unter den Investoren weiterhin ein hoher Zukunftsoptimismus und eine hohe Investitionsbereitschaft. Euphorie, der klassische Kontraindikator der Sentimentanalysen, ist noch nicht in Sicht.

    Zwar mehren sich in den USA die Anzeichen für eine Korrektur, doch aktuell gilt (noch) die Devise hierzulande: Jeden Rücksetzer betrachten die Anleger als Kaufgelegenheit, was eine Korrektur schnell beenden dürfte und einen Ausverkauf als unwahrscheinlich erscheinen lässt.

    Die Ziele für die Optimisten am Aktienmarkt sind eindeutig: Zuerst muss die Marke von 13.460 Zählern überwunden werden. Dort liegt das Corona-Hoch, die höchste Notierung seit dem Crash Mitte März, als der Dax auf 8255 Punkte abrutschte. Darüber rückt das Rekordhoch von 13.795 Zählern aus dem Monat Februar 2020 in den Fokus. „In der Summe wird ein neues Rekordhoch jenseits der Marke von 13.795 Punkten zusehends wahrscheinlich“, meinen die technischen Analysten der britischen Bank HSBC in ihrem heutigen Morgenkommentar.

    Am Montag standen die Chip-Werte im Fokus. Denn die Konsolidierung in der Branche geht weiter: Der Münchener Chip-Zulieferer Siltronic steht vor dem Verkauf nach Taiwan. Das Unternehmen steht offenbar kurz vor einer Einigung mit dem Rivalen Globalwafers, der insgesamt 3,75 Milliarden Euro für das MDax-Unternehmen bieten will.

    Globalwafers bietet 125 Euro je Aktie, elf Prozent mehr als der Freitags-Schlusskurs. Entsprechend stieg die Aktie um 7,6 Prozent auf 122,20 Euro. Zusätzlich sollen die Aktionäre – voraussichtlich noch vor Abschluss der Transaktion – für 2020 eine Dividende in Höhe von circa zwei Euro je Aktie erhalten.

    Der Großaktionär Wacker Chemie hält die Konditionen für „attraktiv und angemessen“ und steht kurz vor dem Verkauf seiner Anteile. Die Münchener würden für die verbliebenen Anteile an ihrer ehemaligen Tochter, die sie 2015 an die Börse gebracht hatten und an der sie derzeit noch 31 Prozent halten, dann knapp 1,2 Milliarden Euro erhalten.

    Der Siltronic-Aktienkurs schoss bereits in der vergangenen Woche um 14 Prozent in die Höhe. Das Plus in den vergangenen drei Monaten betrug mit Schlussstand am vergangenen Freitag rund 45 Prozent. Siltronics Kunden sind zu einem großen Teil Autozulieferer, die sich um die Bordelektronik kümmern.

    Aber auch die Kursentwicklung der anderen deutschen Chip-Werte ist beeindruckend. Die Notierungen von Infineon und dem britisch-schwäbischen Konzern Dialog Semiconductor stiegen in den vergangenen drei Monaten um mehr als 25 Prozent.

    Ganz im Gegensatz dazu gaben die Kurse der US-Chip-Werte wie Intel, Nvidia und Advanced Micro Devices in den vergangenen drei Monaten leicht nach. Allerdings hatten diese Werte zuvor eine regelrechte Hausse erlebt. Seit Jahresanfang ist die Nvidia-Aktie um mehr als 125 Prozent gestiegen.

    Blick auf Einzelwerte

    Moderna: Der US-Pharmakonzern Moderna will als erstes Unternehmen die Zulassung für einen Corona-Impfstoff in der EU beantragen. Der Antrag auf eine bedingte Zulassung solle noch am Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur Ema gestellt werden, teilte das Unternehmen am selben Tag mit. Die Aktie stieg am deutschen Aktienmarkt um 16,91 Prozent, lag allerdings bereits vor der Meldung deutlich im Plus.

    Das Unternehmen will auch bei der Food and Drug Administration eine Notfall-Genehmigung für ihren Coronavirus-Impfstoff beantragen. Neue Ergebnisse haben nach Moderna-Angaben bestätigt, dass der Impfstoff mehr als 94 prozentige Wirksamkeit habe. Laut Moderna ist die Wirksamkeit des Impfstoffs über Alter, Rasse und Geschlecht hinweg konsistent.

    Kion: Der Verkauf neuer Aktien sorgte für einen Kursverlust. Die Titel des Gabelstapler-Herstellers fielen um 7,1 Prozent auf 64,44 Euro. Das Unternehmen hat den Bezugspreis für die neuen Papiere auf je 62 Euro festgelegt.

    Corestate: Nach dem weitgehenden Ausstieg mehrerer Großaktionäre und einer Neuordnung des Aufsichtsrats gingen die Aktien von Corestate auf Talfahrt. Die Papiere der Immobilienfirma fielen 9,4 Prozent. Damit liegen sie aber immer noch mehr als 30 Prozent über dem Niveau von Ende Oktober.

    BVB: Nach der 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Köln rutschten die Aktien von Borussia Dortmund (BVB) in den Tabellenkeller des SDax. Die Titel des Fußball-Bundesligisten verloren 4,1 Prozent.

    FC Schalke 04: Der Fußballverein ist zwar im Gegensatz zum BVB nicht börsennotiert, hat aber eine Anleihe mit einer Laufzeit bis 2023 begeben. Die Corona-Pandemie hat das Risiko und damit die Rendite der Schalke-Anleihe deutlich ansteigen lassen. Anfang des Jahres lag der Kurs noch bei 110 Cent, die Rendite entsprechend bei 1,5 Prozent. Aktuell können hartgesottene Schalke-Fans mit der Anleihe eine Rendite von 15,4 Prozent erzielen. Natürlich nur, wenn der Verein nicht Insolvenz anmelden muss, was angesichts der sportlichen Talfahrt und der fehlenden Zuschauer aufgrund der Coronapandemie keinesfalls ausgeschlossen ist.

    Blick auf andere Assetklassen

    Die Talfahrt von Gold setzt sich auch zu Beginn der neuen Handelswoche fort. Der Preis rutscht am Morgen auf 1.765 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), den niedrigsten Stand seit Anfang Juli. Aktuell lieg der Preis bei 1783 Dollar.

    Nach Meinung der Commerzbank-Rohstoffanalysten hat sich durch den Bruch der wichtigen Unterstützung bei 1.800 Dollar am Freitag das charttechnische Bild nochmals eingetrübt, was weitere kurzfristig orientierte Anleger zum Ausstieg veranlasst haben dürfte.

    Die vergangene Woche verlor Gold 4,5 Prozent an Wert, womit es nur knapp am stärksten Wochenverlust seit März vorbeischrammte. Den heute zu Ende gehenden Monat November dürfte Gold mit dem stärksten Verlust seit vier Jahren abschließen.

    Die aktuelle Schwäche von Gold ist umso bemerkenswerter, weil der Dollar ebenfalls zur Schwäche neigt. Den Commerzbank-Experten fällt es schwer, diesen Ausverkauf noch mit fundamentalen Argumenten zu erklären. Das Vertrauen in Gold hat auf jeden Fall stark gelitten, was sich in anhaltenden Abflüssen aus den Gold-ETFs widerspiegelt.

    Der Bitcoin ist so wertvoll wie nie: Am Montag stieg der Kurs der Digitalwährung auf der Kryptobörse Bitstamp bis auf 19.825 US-Dollar. Damit wurde das etwa drei Jahre alte Rekordhoch von Ende 2017 übertroffen. Auf Bitstamp wurde damals ein Höchststand von 19.666 Dollar markiert.

    Was die Charttechnik sagt

    Der Dax hat am heutigen Montag mit 13.445 Zählern ein neues Verlaufshoch erreicht, konnte dieses Niveau aber nicht halten. Für ein weiteres Kaufsignal müsste der Index das bisherige Corona-Hoch mit 13.460 Punkten aus dem Monat September überwinden. Das ist die höchste Notierung seit dem Corona-Crash Mitte März, als der Dax auf 8255 Punkte abrutschte.

    Auf der Unterseite bilden die Tiefpunkte vom 19. und 13. November bei 13.035 und 13.005 Punkten die Begrenzung. Ein Abgleiten unter diese Marken dürfte eine Verschnaufpause nach sich ziehen.

    Für strategische Investoren bietet sich eine Aufwärtskurslücke vom Anfang des Monats als Stop-Loss-Marke an. Solche Lücken entstehen, wenn der höchste Stand eines Handelstags unter der tiefsten Notierung des Folgetags liegt.

    Konkret: 12.596 Punkte war der höchste Stand am Freitag (6. November), 12.671 Zähler der tiefste Kurs am Montag (9. November). Solange der Dax oberhalb von 12.671 Zählern bleibt, gibt es aus technischer Sicht keine Zweifel an der aktuellen Aufwärtsbewegung seit Ende Oktober, als der Dax bei 11.450 Punkte stand.

    Hier geht es zur Seite mit dem Dax-Kurs, hier gibt es die aktuellen Tops & Flops im Dax.

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