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Passives EinkommenMit Dividendenaktien regelmäßige Einnahmen sichern

Viele Konzerne bieten verlässlich steigende Gewinnausschüttungen. Wer ein paar Fehler vermeidet, kann mit dieser Strategie einen stetig wachsenden Geldstrom anzapfen.Ulf Sommer 16.01.2026 - 09:00 Uhr Artikel anhören
Dividendenaktien: Es sollten nur Aktien von Unternehmen in die Auswahl kommen, deren Geschäftsmodell auch in Zukunft gefragt sein dürfte. Foto: Getty Images [M]

Düsseldorf. Gibt es Aktien, deren Kurse immer steigen? Wer das behauptet, nimmt den Mund zu voll. Auch Aktien scheinbar verlässlicher Unternehmen sind nicht vor Rückschlägen gefeit. Die Kurseinbrüche können bei schlechter Börsenstimmung schon mal 20 Prozent und mehr betragen.

Dennoch ist es möglich, mit Aktieninvestments ein kontinuierliches passives Einkommen zu erzielen.

Das gelingt meist weniger durch Kurszuwächse, sondern eher durch verlässliche, noch besser durch stetig steigende Dividenden. Einmal gekaufte Aktien können so im Laufe der Zeit durch immer höhere Ausschüttungen auch immer höhere Renditen für den Aktionär erwirtschaften.

Wer etwa Coca-Cola vor 50 Jahren gekauft hat, bezahlte damals, um Aktiensplits bereinigt, rund 1,50 US-Dollar pro Aktie. Die seitdem ununterbrochen steigende Dividende beträgt derzeit 2,04 Dollar. Allein mithilfe der Ausschüttung in nur einem Geschäftsjahr ist der damalige Einstiegspreis also mehr als wieder eingespielt.

Auf den Einstandskurs bezogen errechnet sich eine extrem hohe Dividendenrendite von 136 Prozent für Coca-Cola-Aktien. Obendrauf kommen noch Kursgewinne. Heute kostet eine Aktie 72 Dollar. Das ist ein Zuwachs um 4700 Prozent.

So erkennen Sie nachhaltige Dividendenstars

Diese Beispielrechnung zeigt, wie wichtig steigende Dividenden sind. Die können am ehesten jene Unternehmen ausschütten, bei denen auch die Gewinne kontinuierlich steigen. Überdies sollten die Unternehmen niedrig oder maximal moderat verschuldet sein, konkret: Ihr Eigenkapital sollte deutlich höher als die Nettoverschuldung sein. Sonst besteht die Gefahr, dass operative Gewinne künftig in den Schuldendienst fließen statt in die Dividende.

Zudem sollten nur Aktien von Unternehmen in die Auswahl kommen, deren Geschäftsmodell auch in Zukunft gefragt sein dürfte. „Unternehmen, die schon zuvor Krisen und Rezessionen souverän gemeistert haben, sollten auch in Zukunft besonders widerstandsfähig sein“, sagt der Vermögensverwalter Christian Kahler vom gleichnamigen Aktienfonds Kahler & Kurz.

Das sind Firmen, die erwiesenermaßen in der Lage sind, sich immer wieder neu zu erfinden. Microsoft ist dafür ein Beispiel. Erst war es die Windows-Software, dann die Cloud und schließlich die Künstliche Intelligenz – stets setzte der Konzern rechtzeitig auf neue, zukunftssichere Geschäftsmodelle.

Zu den dividendenstarken Aktien zählen ferner oft Unternehmen, denen es gelungen ist, einen möglichst großen „Burggraben“ um sich herum zu schaffen. Dieser von Warren Buffett geprägte Begriff steht für widerstandsfähige Geschäftsmodelle und nachhaltige Wettbewerbsvorteile, die es Konkurrenten schwer machen, den etablierten Unternehmen Marktanteile streitig zu machen. Auch geht es um Konzerne mit starken Marken und hoher Markenbindung der Kundschaft.

Lernen von den Besten

In der Krise zuschlagen, und zwar richtig: Was Anleger von Warren Buffetts Prinzipien lernen können

All das trifft auf Coca-Cola zu. Rezessionen und Phasen mit steigenden Kosten belasten den Konzern kaum. Der Hauptgrund: Gaststätten und Einzelhändler können es sich nicht leisten, Coca-Cola aus ihrem Sortiment zu nehmen, selbst wenn das Unternehmen die Preise kräftig anhebt.

Dies ermöglicht Verkaufspreise, die weit über den Herstellungskosten liegen. Mit seinen Alltagsgetränken erwirtschaftet Coca-Cola seit Jahrzehnten Nettoumsatzrenditen von mindestens 20 Prozent, wie sie eigentlich nur in der IT-, Pharma- oder Luxusbranche üblich sind.

Auch Apple erfüllt viele Kriterien für eine stetig steigende Dividende: erstens Weltmarktführer, zweitens Wachstum mit stetig steigenden Einnahmen, drittens krisenresistent und viertens: ein eigenes Ökosystem, das die verschiedenen Dienste des Konzerns verbindet. Es ist für Wettbewerber praktisch nicht zu durchdringen.

Coca-Cola-Flaschen: Mit seinen Alltagsgetränken erwirtschaftet Coca-Cola seit Jahrzehnten Nettoumsatzrenditen von mindestens 20 Prozent. Foto: AP

Oder Blackrock: Rund elf Billionen Dollar verwaltet der amerikanische Finanzdienstleister und ist damit der weltweit größte Vermögensverwalter. Den Grundstein dafür legte Blackrock mit dem Kauf von Barclays und dem Erwerb von iShares, dem Marktführer für passiv gemanagte Indexfonds. Sie bilden einen Index wie den Dax eins zu eins ab.

Jeder verkaufte ETF beschert Blackrock zuverlässige Erlöse. Das Geschäftsmodell ist verlässlich und sichert stetig steigende Gewinne, wovon Blackrock-Aktionäre in Form von ebenso stetig steigenden Ausschüttungen profitieren. In den vergangenen 20 Jahren erhöhte sich die Dividende des Konzerns um mehr als 1000 Prozent.

Welche Dividendenstars es in Deutschland gibt

In Deutschland ist die Suche etwas schwieriger. SAP schafft es immerhin, seit 15 Jahren die Dividende Jahr für Jahr zu erhöhen. Im Frühjahr steht voraussichtlich die 16. Anhebung bevor.

Die längste Historie steigender Dividenden erreicht ein Unternehmen im MDax. Fuchs – früher Fuchs Petrolub – liefert nach eigener Aussage 10.000 Schmierstoffe, Fette und Öle. Benötigt werden sie etwa für Traktoren, Panzer, Mahlwerke und Autos, aber auch in der Pharmabranche, beispielsweise für Diabetes-Spritzen.

Zwar kosten Schmierstoffe vergleichsweise wenig, doch kein Kunde kann auf sie verzichten. Preisanpassungen infolge von Inflation und höheren Beschaffungskosten gelten als selbstverständlich. Der Wettbewerb ist gering, denn großen Ölkonzernen ist das Segment zu kleinteilig und komplex.

Deshalb wächst der Weltmarktführer in der Nische stetig. Kein deutscher Konzern hat so oft die Dividende Jahr für Jahr erhöht wie Fuchs mit seinen 23 Anhebungen in Folge. Dabei stieg die Dividende durchschnittlich um 13 Prozent – Jahr für Jahr, wohlgemerkt.

Unternehmen, die schon zuvor Krisen und Rezessionen souverän gemeistert haben, sollten auch in Zukunft besonders widerstandsfähig sein.
Christian Kahler
Vermögensverwalter

In jedem Fall sollten Anleger bei dieser Strategie nicht den Fehler machen, nur auf eine Dividendenaktie zu setzen, weil sie vermeintlich besser als alle anderen erscheint. Selbst ein noch so erfolgreiches Unternehmen mit rasant steigenden Gewinnen und Dividenden kann morgen den Anschluss verlieren, wenn es falsche Entscheidungen trifft.

Wie viele Aktien ins Portfolio gehören

Vorsicht auch bei verlockend hohen Dividendenrenditen jenseits der fünf Prozent: Sie entstehen oft, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie bereits gefallen ist, und weisen eher auf eine Schwäche des Geschäftsmodells hin als auf dessen Stärke.

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Mit einem Portfolio aus zehn bis 20 Dividendenstars hingegen lässt sich ein zuverlässiges passives Einkommen erzeugen – und im besten Fall steigen auch noch die Kurse der zugrunde liegenden Aktien.

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