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Dow Jones, Nasdaq, S&P 500Schwache Konjunkturdaten setzen Wall Street unter Druck – Ermutigende Firmenbilanzen verhindern Schlimmeres

Die US-Börsen geben am Mittwoch nach. Das Verbrauchervertrauen fällt. Schutzbekleidungshersteller 3M kann zulegen. Alphabet steigert Gewinn und Umsatz.Carina Hegemann 28.04.2020 - 23:02 Uhr

In der berühmten Wall Street befindet sich die New Yorker Börse.

Foto: AFP

Düsseldorf. Ernüchternde US-Konjunkturdaten machen der Wall-Street-Rally ein vorläufiges Ende. Ermutigende Firmenbilanzen verhinderten am Dienstag jedoch noch größere Kursverluste. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss 0,1 Prozent tiefer auf 24.101 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 1,4 Prozent auf 8607 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,5 Prozent auf 2863 Punkte ein.

In den vergangenen fünf Wochen hatte der Dow mehr als die Hälfte der Verluste aus dem weltweiten Börsen-Crash wegen des Coronavirus wieder aufgeholt. Damit ist Beobachtern zufolge schon wieder viel Optimismus in den Kursen eingepreist angesichts der noch immer großen Unwägbarkeiten um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise.

Der Index des Verbrauchervertrauens für April fiel dem Forschungsinstitut Conference Board zufolge auf 86,9 Punkte von 120 Zählern im Vormonat. Das Barometer für die Einschätzung der aktuellen Lage stürzte sogar um mehr als die Hälfte auf 76,4 Zähler ab. Das sei der größte Rückgang seit Beginn der Befragungen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

„Wir befinden uns in einer Zwickmühle“, sagte Analyst Adam Vettese vom Online-Broker eToro. „Je länger der Lockdown dauert, desto größerer wirtschaftlicher Schaden droht.“ Würden die Coronavirus-Restriktionen dagegen zu früh gelockert, könne dies zu einer zweiten Infektionswelle, erneuten Verschärfung der Beschränkungen und zu noch schlechteren Konjunkturdaten führen.

„Das Vertrauen der Investoren nimmt zu, während wir auf den Höhepunkt der Saison der Quartalsberichte zusteuern“, schrieb Analyst Craig Erlam vom Broker Oanda. Der weitere Verlauf der Woche könne sich als „Bananenschale“ erweisen, auf der die Anleger auszurutschen drohten. Vor allem die großen US-Technologieaktien hätten zuletzt von Investoren große Vorschusslorbeeren erhalten – könnten mit ihren Zahlen nun aber enttäuschen und die Erholung an den Börsen abwürgen.

Blick auf die Einzelwerte

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt zählte 3M mit einem Kursplus von 2,6 Prozent. Die starke Nachfrage nach Schutzbekleidung bescherte dem weltgrößten Hersteller von Atemschutzmasten einen überraschend hohen Gewinn. Der Mischkonzern, der auch „Post-it"-Klebezettel anbietet, kassierte wegen der Virus-Krise dennoch seine Gesamtjahresziele.

Entscheidender für die Richtung des US-Aktienmarktes seien allerdings die anstehenden Zahlen der großen Technologiekonzerne wie Microsoft, Amazon oder der Google-Mutter Alphabet, sagte Andrea Cicione, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses TS Lombard. „Das wird ein wichtiger Test, da viele Unternehmen durch die Coronavirus-Restriktionen ihr Geschäft ins Internet verlagert haben. Wenn diese Schwergewichte nicht liefern, wird die Rally der vergangenen Wochen in Frage gestellt.“ Im Vergleich zu ihren Tiefs vom März haben die US-Börsen inzwischen wieder etwa 30 Prozent zugelegt.

Die Google-Mutter Alphabet konnte im ersten Quartal Umsatz und Gewinn deutlich steigern. Im März habe es bei den Anzeigenerlösen aber eine erhebliche Abschwächung gegeben, erklärte Finanzchefin Ruth Porat am Dienstag nach Börsenschluss. Die Quartalszahlen wurden aber von der Stärke der ersten zwei Monate nach oben getrieben. Der Umsatz legte im Jahresvergleich 13 Prozent auf 41,2 Milliarden Dollar zu. Beim Gewinn gab es ein Plus von 2,6 Prozent auf 6,84 Milliarden Dollar. Ein Jahr zuvor hatte eine Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission das Ergebnis um 1,7 Milliarden Dollar gedrückt.

Anleger griffen am Dienstag außerdem bei den Titeln von Fiat Chrysler und Ford zu. Sie rückten bis zu 4,1 Prozent vor. Dem „Wall Street Journal“ zufolge wollen die Autobauer die Produktion in ihren US-Werken ab dem 18. Mai wieder anlaufen lassen.

Mehr als drei Prozent abwärts ging es dagegen für Merck. Der US-Pharmakonzern senkt wegen der unklaren Auswirkungen der Virus-Krise seine Jahresprognose. Nun werde im Gesamtjahr noch mit einem bereinigten Gewinn je Aktie zwischen 5,17 und 5,37 Dollar gerechnet. Bislang hatte das Unternehmen 5,62 bis 5,77 Dollar vorhergesagt.

Einen verlustreichen Tag erlebten die Papiere des Paketzustellers UPS. Dieser kappte wegen der Krise nicht nur die Prognose, sondern setzt auch die Aktienrückkäufe aus und fährt die Investitionen herunter. Der Kurs sackte um 6 Prozent ab.

Nach laut Analysten guten Quartalszahlen von Southwest Airlines war die Branche gesucht: United Airlines stiegen um 11,4 Prozent und American Airlines um 12,4 Prozent. Southwest Airlines selbst blieben mit plus 2 Prozent deutlich zurück, nachdem das Unternehmen eine Kapitalerhöhung angekündigt hatte.

Der US-Motorradhersteller Harley-Davidson hat wegen der Geschäftsschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie im Auftaktquartal einen Gewinneinbruch verbucht. Das Nettoergebnis sank um 45 Prozent auf 127,9 Millionen Dollar. Der Umsatz ging um acht Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar zurück. Das hält die Anleger jedoch nicht vom Kauf der Papiere ab. Die Harley-Davidson-Titel legten rund 13,6 Prozent zu.

Der US-Getränkekonzern Pepsico streicht wegen der Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie seine Jahresprognose. Bisher wollte der Coca-Cola -Konkurrent, der sich mitten in der Übernahme des Energiegetränkeherstellers Rockstar befindet, den Umsatz organisch um vier Prozent und den Gewinn je Aktie um sieben Prozent steigern. Im ersten Quartal legte der Umsatz von Pepsico um 7,7 Prozent auf 13,9 Milliarden Dollar zu. Der Gewinn fiel – auch wegen hoher Marketingausgaben zum Super Bowl – um rund fünf Prozent auf 1,34 Milliarden Dollar. Die Investoren zeigen sich zunächst dennoch wenig beeindruckt davon, die Aktie gewann zuletzt 0,4 Prozent.

Blick auf andere Assetklassen

Am Dienstag hielt der Ölpreis erneut dem Druck nicht stand. Nachdem er bereits am Montag nachgegeben hatte, verlor das US-Rohöl WTI 5,6 Prozent auf 12,06 Dollar. Das Tagestief liegt bei 10,07 US-Dollar.

Die im Vergleich zum Montag etwas milderen Verluste, deuten dennoch nicht auf eine Entspannung der Lage am Ölmarkt hin. Da die Rohöl-Lagerkapazitäten fast erschöpft seien, fürchteten Anleger einen Preisrutsch von WTI unter null wie vergangene Woche, sagte Harry Tchilinguirian, Chef-Anlagestratege für Erdöl bei der Bank BNP Paribas.

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Am US-Rentenmarkt stiegen richtungweisende zehnjährige Staatsanleihen um 18/32 Punkte auf 108 16/32 Punkte und rentierten mit 0,60 Prozent. Der Euro gab im US-Handel leicht nach und kostete zum Börsenschluss an der Wall Street 1,0832 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,0877 (Montag: 1,0852) Dollar festgesetzt. Der Dollar hatte damit 0,9193 (0,9214) Euro gekostet.

Mit Material von Reuters.

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