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BundesbankÄrmere Haushalte verloren zuletzt am meisten Vermögen

Die Privatvermögen sind laut Bundesbank in Deutschland weiterhin sehr ungleich verteilt – auch im internationalen Vergleich. Dabei investieren immer mehr Haushalte in Aktien und Fonds.Martin Müller 10.04.2025 - 17:00 Uhr aktualisiert Artikel anhören
Bundesbank-Zentrale: Einer Studie der Bundesbank zufolge sind die Vermögen der Deutschen geschrumpft. Foto: Arne Dedert/dpa

Frankfurt. Bei hoher Inflation und steigenden Zinsen schrumpfte zuletzt vor allem das Vermögen ärmerer Haushalte. Während das Nettovermögen der unteren Hälfte der Vermögensverteilung in den zwei Jahren bis 2023 um etwa ein Zehntel fiel, stieg der Wert ohne Berücksichtigung der Preisentwicklung für wohlhabendere Haushalte an und stagnierte für die oberen zehn Prozent. Das geht aus einer Studie hervor, die die Bundesbank am Donnerstag vorstellte.

Zwischen 2021 und 2023 waren die Kredit- und Sparzinsen bei anhaltend hoher Inflation stark gestiegen. Insgesamt wuchs das private Nettovermögen in den zwei Jahren seit der vorangegangenen Befragung leicht um 2,6 Prozent auf durchschnittlich 324.800 Euro. Preisbereinigt ist das durchschnittliche Haushaltsvermögen laut der Bundesbank bis 2023 jedoch um knapp elf Prozent gefallen.

Falko Fecht, Leiter des Bundesbank-Forschungszentrums, begründete den Vermögensschwund mit besonderen Spareffekten während der Coronapandemie. Im Lockdown-Jahr 2021 habe man einen „enorm rückgestauten Konsum“ beobachtet. Diese Ersparnisse seien in der Folge abgebaut worden, was neben den in dieser Zeit gesunkenen Immobilienpreisen den realen Vermögensrückgang erkläre. Langfristig jedoch sei der Trend positiv.

Für die Studie hat die Bundesbank knapp 4000 private Haushalte in Deutschland befragt. Die Erhebung findet in Abständen von zwei bis vier Jahren statt.

Die Vermögensverteilung hat sich demnach in den vergangenen Jahren kaum verändert. Mehr als die Hälfte des Gesamtvermögens halten demnach die reichsten zehn Prozent der Haushalte, vor allem in Immobilien. Auf die ärmere Hälfte der Haushalte entfällt demnach weiterhin nur ein sehr kleiner Teil des Vermögens. Ein großer Teil davon liegt laut Bundesbank auf Spar- und Girokonten.

Der Gini-Koeffizient, ein internationales Maß für die Vermögensungleichheit, ist laut der Bundesbank zuletzt nur leicht zurückgegangen und betrug 2023 72,4 Prozent. Je niedriger der Wert, desto gleicher die Vermögensverteilung. Im europäischen Vergleich ist die Vermögensungleichheit in Deutschland laut der Bundesbank weiterhin hoch.

Bundesbank-Vorständin sieht „ermutigende Nachricht“

Dabei legen immer mehr Haushalte ihr Geld am Kapitalmarkt an. „Wir sehen jetzt schon seit geraumer Zeit, dass Haushalte in Deutschland einen größeren Anteil ihres finanziellen Vermögens in Aktien und Fonds halten“, sagte Bundesbank-Vorständin Fritzi Köhler-Geib.

Laut Köhler-Geib sei das trotz der aktuellen Schwankungen „eine ermutigende Nachricht“. Die Zahlen zeigten, dass „Haushalte aktiver mit ihrem finanziellen Vermögen umgehen und damit eben auch langfristig die Chance besteht, dass sie aus ihrem Vermögen mehr machen“.

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Der Anteil der Aktionäre unter den Privathaushalten stieg binnen zwei Jahren von 15 auf 18 Prozent. Der Anteil der Haushalte, die in Fonds anlegten, legte 2023 auf 24 Prozent zu. Der Anteil der Wertpapiere am Gesamtvermögen lag bei mehr als einem Viertel. 2022 und 2023 waren dabei eher durchwachsene Börsenjahre.

Laut Angaben des Deutschen Aktieninstituts ist die Zahl der Anleger in Aktien, Aktienfonds oder ETFs im vergangenen Jahr jedoch zum zweiten Mal in Folge leicht gesunken und betrug noch 12,1 Millionen. Zu Beginn der Coronapandemie war die Zahl der direkten oder indirekten Aktieninvestoren in Deutschland deutlich gestiegen.

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