Betriebsärzte: Viele Absagen, wenig Impfstoff – Erste Firmen impfen nicht mehr
Erste Firmen stellen die Impfkampagne im eigenen Haus ein.
Foto: dpaDüsseldorf. Bei der Commerzbank bekommen die Beschäftigten keinen Impfstoff mehr. Die Betriebsärzte des Geldhauses haben noch im Sommer und Herbst grundimmunisiert, den Booster müssen sich die Banker aber anderswo suchen. „Aktuell ist das externe Impfangebot so gut ausgebaut, dass eine interne Impfkampagne aus unserer Sicht keinen Mehrwert für unsere Mitarbeitenden darstellt“, begründet eine Sprecherin.
Wie in Frankfurt beteiligen sich in der gesamten Republik weniger Werksdoktoren an den Auffrischungsimpfungen. „Erste Firmen stellen die Impfkampagne im eigenen Haus ein“, sagt Anette Wahl-Wachendorf vom Verband der Betriebsärzte. Die Gründe sind zahlreich.
Erstens gibt es mehr niederschwellige Angebote in Impfzentren, bei Hausärzten oder in Impfbussen als vergangenes Jahr. Mitunter machen sich Beschäftigte mehrere Termine – und sagen kurzfristig ab. Wahl-Wachendorf schätzt, dass zehn Prozent der verabredeten Termine bei den Werksdoktoren abgesagt werden.
Oft nur zwölf Dosen Biontech pro Betriebsarzt
Zudem ist der Impfstoff knapp. Jeder Betriebsarzt kann von dem Biontech-Vakzin derzeit nur maximal 30 Dosen ordern. Tatsächlich geliefert bekommen viele Werksärzte aber nur zwölf bis 18 Dosen. „Die unzuverlässige Lieferung macht es für die Kollegen schwierig, die Impfungen zu planen“, so Wahl-Wachendorf. So reichen etwa bei SAP die Biontech-Lieferungen nicht aus. Auch die Allianz bezeichnet die knappe Versorgung mit diesem Impfstoff als „Handicap“.