Bewerbungsservice: 300 Euro für den perfekten Lebenslauf: Was Bewerbungen von Ghostwritern taugen
Lebenslauf und Anschreiben nicht selbst formulieren müssen – das versprechen Bewerbungsservices.
Foto: Getty Images [M]Düsseldorf. Stefan Gerth macht gern das, wovor es vielen Jobsuchenden graut: Bewerbungen schreiben. Er und sein Team verfassen und formatieren jeden Monat 800 Anschreiben und Lebensläufe. Gerth ist Gründer der Agentur „Die Bewerbungsschreiber“ und bringt im Namen von Angestellten, Ingenieuren, Vertrieblern, Chefärzten oder Managern zu Papier, warum gerade sie der beste Kandidat für die offene Stelle sind.
„Wir sind überzeugt, dass Bewerber durch uns eine höhere Chance haben, zum Vorstellungsgespräch eingeladen zu werden“, sagt Gerth. Die Zahl seiner Kunden ist durch Corona um ein Fünftel gestiegen. Auch die Konkurrenz profitiert.
Ghostwriter versprechen: mehr Qualität, weniger Standardphrasen. Doch können Bewerbungsservices das leisten? Kommen Jobsuchende so noch glaubwürdig rüber? Welche Anbieter gibt es und was kostet das Ganze? Das Handelsblatt gibt Antworten.
Welche Anbieter gibt es – und wie erkenne ich einen guten?
Wer nach Bewerbungsservices sucht, findet zahlreiche Dienstleister mit ähnlich klingenden Namen. Zu den Bekannten zählen Die Bewerbungsschreiber, Richtiggutbewerben.de, Online-Bewerbungsportal, Gekonnt Bewerben oder Bewerbungsservice.de.
Bei Richtiggutbewerben verfassen 30 Ghostwriter pro Monat nach eigenen Angaben eine „deutlich vierstellige“ Zahl an Bewerbungen. Die Bewerbungsschreiber lassen von 30 Experten rund 800 anfertigen. Beim Online-Bewerbungsportal sind es sechs Personen, die monatlich 80 Unterlagen schreiben.