Gastkommentar: Wie die öffentlich-rechtlichen Sender über Unternehmen berichten
Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten haben den Auftrag, die Deutschen objektiv und unparteiisch zu informieren. Doch bei der Berichterstattung über Unternehmen ist der Tenor häufig negativ geprägt.
Dafür haben unsere Analysten in den letzten 15 Jahren alle 131.331 Beiträge über Unternehmen, Manager und Branchen ausgestrahlten Beiträge anhand vielfältiger Kriterien untersucht: Tonalität der Darstellung, zitierte Urheber, ausgewählte Branchen und gesellschaftliche Debattenthemen wie Wohnungsnot, Steuern und Umweltschutz.
Das Ergebnis: Seit 2010 war die Bewertung von Managern in 70 Prozent der Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Anstalten negativ. Dies hat seinen Ursprung vor allem in der Themenauswahl: Zur Prime-Time berichten die Sender seit Jahrzehnten bevorzugt über reale oder vermutete Skandale.
Fokus liegt auf Großkonzernen
Der Fokus in der Unternehmensberichterstattung bei den Öffentlich-Rechtlichen lag zudem auf börsennotierten Firmen. Mittelstand, freie Berufe oder das Handwerk lagen in der untersuchten Zeit auch weiterhin deutlich unter zehn Prozent der gesamten Unternehmensberichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen.