1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Kommentar: Europa verliert bei Börsengängen den Anschluss

KommentarEuropa verliert bei Börsengängen den Anschluss

Die milliardenschwere Platzierung des britischen Chipherstellers Arm in den USA zeigt, welche Fehler die EU im transatlantischen Wettbewerb der Börsenplätze macht.Michael Maisch 12.09.2023 - 16:01 Uhr
Artikel anhören

Mit dem britischen Chiphersteller Arm hat sich wieder einmal ein europäisches Technologieunternehmen für einen Börsengang in den USA entschieden.

Foto: Reuters

Fast sah es so aus, als würde 2023 ein verlorenes Jahr für Börsengänge, vor allem für solche aus dem Technologiesektor. Doch jetzt setzt der britische Chiphersteller Arm mit seiner für Donnerstag geplanten Erstnotiz ein echtes Ausrufezeichen. Im Moment spricht alles dafür, dass die Emission, die rund fünf Milliarden Dollar einspielen soll, der erwartete Erfolg wird.

Das wiederum schürt die Hoffnung, dass der bislang weltweit größte Börsengang in diesem Jahr zum Türöffner für weitere Platzierungen aus der Tech-Branche wird.

Schön ist, dass ein europäisches Unternehmen die wichtige Aufgabe des Eisbrechers übernimmt. Weniger schön ist, dass sich Arm für seine milliardenschwere Emission die US-Technologiebörse Nasdaq ausgesucht hat.

Dies ist eine weitere Bestätigung des Trends, dass Europas Start-ups zwar spannende Wachstumsstorys schreiben, dass Happy End dieser Geschichten, der Gang an die Börse, aber immer öfter in den USA spielt.

Den Unternehmen kann man keinen Vorwurf machen, sie suchen sich schlicht den Markt mit der größten Liquidität aus. Gerade wenn es um komplexere Geschäftsmodelle von Technologieunternehmen geht, sitzen die Investoren mit den tiefsten Taschen und der größten Expertise im Zweifel in den USA.

Daran wird sich so schnell nichts ändern. Aber die EU muss zumindest verhindern, dass der Sog der US-Börsen noch stärker wird. Und das kann nur funktionieren, wenn Europa endlich Schluss mit der Kleinstaaterei macht.

Ein einheitlicher Kapitalmarkt muss her

Selbst nach jahrelangen Debatten und diversen Anläufen ist es der EU nicht gelungen, einen einheitlichen Kapitalmarkt zu schaffen. Noch immer müssen sich die Investoren auf 27 einzelnen Finanzmärkten mit ihren jeweils eigenen Regeln zurechtfinden.

Verwandte Themen
Europäische Union
USA
Großbritannien

Im vergangenen Dezember hat die Kommission immerhin einen sogenannten Listing Act auf den Weg gebracht mit einigen sinnvollen Ansätzen, um die zersplitterte Rechtslage zumindest ein bisschen zu vereinfachen.

Aber die von der EU so verfolgten Kostenersparnisse und Erleichterungen werden nicht ausreichen. Das ist acht Jahre nach Start des ersten Aktionsplans ein ziemlich deprimierendes Fazit.

Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt