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IfW-Studie E-Auto-Förderung könnte der Gesamtwirtschaft schaden

Das Kieler IfW warnt vor schädlichen Auswirkungen des Konjunkturpakets auf die Wirtschaft. Die Förderung konzentriere sich zu sehr auf einzelne Technologien.
14.08.2020 - 09:10 Uhr 3 Kommentare
Das IfW warnt davor, dass das Hilfspaket vor allem Autohersteller stütze. Quelle: dpa
Produktion von VW-E-Autos

Das IfW warnt davor, dass das Hilfspaket vor allem Autohersteller stütze.

(Foto: dpa)

Berlin Das Konjunkturpaket der Bundesregierung im Kampf gegen die Corona-Krise schadet einer Studie zufolge teilweise der Wirtschaft. Über 40 Milliarden Euro der geplanten Subventionen seien kritisch zu sehen, geht aus der am Freitag veröffentlichten Untersuchung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor. Rund 4,4 Milliarden Euro oder 2,6 Prozent des Gesamtpakets seien sogar als gesamtwirtschaftlich schädlich einzustufen und sollten ersatzlos gestrichen werden.

Dazu gehöre etwa die Förderung der Elektromobilität durch die Erhöhung der Kaufprämie von 4000 auf 6000 Euro (2,2 Milliarden Euro), die Flottenaustauschprogramme (0,2 Milliarden) sowie das Bonusprogramm für Zukunftsinvestitionen der Fahrzeughersteller und Zulieferer (zwei Milliarden).

„Mit der einseitigen und massiven Förderung der Elektromobilität benachteiligt der Staat alternative Antriebskonzepte, die sich möglicherweise später als vorteilhafter erweisen“, sagte IfW-Experte Claus-Friedrich Laaser. „Das Bonusprogramm subventioniert ausschließlich die Autoindustrie und ihre Zulieferer, andere wichtige Wirtschaftssektoren profitieren nicht.“

Als widersprüchlich und damit ineffizient werden 14,7 Milliarden Euro der Subventionen und damit rund 8,8 Prozent des Gesamtpakets beziffert. Dazu zählt das IfW die Senkung der EEG-Umlage zur Förderung des Ökostroms, die Finanzhilfen für den Erhalt der Wälder und für die Umstellung der Flugzeugflotten auf Maschinen neuester Bauart sowie das CO2-Gebäudersanierungsprogramm.

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    „Problematisch ist nicht das Ziel der Klimaschutzmaßnahmen, sondern deren Ausgestaltung“, sagte Laaser. „Die Förderung einzelner Technologien oder Verhaltensweisen ist nicht effizient. Sehr viel zielführender und kostengünstiger wäre ein einheitlicher CO2-Preis über alle Sektoren hinweg.“

    Subventionen von 21,3 Milliarden Euro (12,7 Prozent) halten die Studienautoren für umstritten, da sich sowohl Argumente für als auch gegen die Maßnahmen finden ließen oder diese kostengünstiger ausgestaltet sein könnten. Dies betreffe etwa die Nationale Wasserstoffstrategie von sieben Milliarden Euro. „Kritisch ist, dass die Subventionen für sich genommen nur auf eine bestimmte Technologie zugeschnitten sind, allerdings wird damit die bisher einseitige Förderung der Elektromobilität abgeschwächt“, sagte Laaser. „Vorzuziehen wäre aus gesamtwirtschaftlicher Sicht aber eine komplett technologieoffene Förderung.“

    Mehr: Für die Aufstellung des Haushalts schreiben die Bundesministerien lange Wunschlisten: Sie fordern 100 Milliarden Euro und 19.000 Stellen zusätzlich. Im Finanzministerium ist man verärgert.

    • rtr
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    3 Kommentare zu "IfW-Studie: E-Auto-Förderung könnte der Gesamtwirtschaft schaden"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Die Studie kommt bzgl. der Förderung der E-Mobilität eindeutig zu spät. Wirtschaft und Konsumenten haben einen Anspruch auf Planungssicherheit. Was wird nun erwartet? Der Staat widerruft die Fördrezusage, die Kunden stornieren Ihre Bestellungen und werden dann in Zukunft auf kein Programm mehr reagieren, bei dem das Geld nicht vorab überwiesen wird? Damit wären Stimulationsprogramme für die Zukunft kaum mehr praktikabel.

    • @Herr Torsten Gröschel
      Auch ein Auto mit Brennstoffzellen ist ein "Elektrovehikel" und wird genauso gefördert wie ein Auto mit Akku.
      Siehe: https://www.bafa.de/DE/Energie/Energieeffizienz/Elektromobilitaet/Neuen_Antrag_stellen/neuen_antrag_stellen_node.html

    • Die einseitige Förderung von Elektrovehikeln ist die größte Dummheit der Bundesregierung. Dahinter stecken der Herr Diess von VW mit seinem Geplapper, aber auch der VDE, der die Batterielobby indirekt unterstützt und vor dümmlichen "Studien" (siehe Batteriezüge vs. Brennstoffzellenzüge) nicht zurückschreckt. Na ja, die Asiaten werden mit der Wasserstofftechnik auf den Markt kommen und wir werden dumm gucken oder es wird Zölle geben, die die H2Technik fern halten.

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