1. Startseite
  2. Politik
  3. Deutschland
  4. LKA-Studie: Rechtsextreme „Terrorgram“-Szene wächst rasant

LKA-StudieRechtsextreme „Terrorgram“-Szene wächst rasant

Auf dem Messenger-Dienst Telegram organisieren sich Rechtsextreme in neuen Netzwerken. Die Mitglieder seien jung und gewaltbereit, warnt das LKA Baden-Württemberg. 13.01.2026 - 12:02 Uhr Artikel anhören
Rechtsextreme Proteste: Die Szene wächst. Foto: dpa

Stuttgart. Sie werden immer jünger, immer radikaler und immer brutaler: Vor allem Rechtsextremisten verbreiten in einem losen Netzwerk aus Chatgruppen und Messenger-Kanälen Anschlagsfantasien, Propaganda und Gewaltaufrufe. Einer neuen Studie zufolge sind Hunderte junger Deutscher in dieser sogenannten „Terrorgram“-Szene online miteinander vernetzt, etwa über den Dienst Telegram. 

„Es handelt sich um eine jugendlich geprägte, gewaltbereite neofaschistische und rechtsextremistische Szene“, teilten das Landeskriminalamt (LKA) Baden-Württemberg sowie die Generalstaatsanwaltschaften Stuttgart und München nach der Auswertung von mehr als drei Dutzend Fällen auch aus anderen Teilen Deutschlands mit. Die gewaltverherrlichende Online-Struktur wachse seit Jahren dynamisch.

Ihr Ziel: Sie will mit Gewalt Chaos auslösen und die gesellschaftliche Ordnung zum Einsturz bringen, heißt es in der Untersuchung. Die ausschließlich männliche und sehr junge Szene radikalisiere sich rasch und sei „äußerst gewalt- und terrorbereit“. 

Die Anhänger seien im Schnitt knapp über 16, einige sogar unter 14 Jahre alt – eine Altersgruppe, die noch keine festen Wertvorstellungen habe und daher besonders anfällig für extremistische Propaganda sei. Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) sprach von „Blitzradikalisierungen“, die in jedem zweiten Fall weniger als ein Jahr dauerten.

Fast alle untersuchten Anhänger der Szene hätten laut Studie „diagnostizierte psychische Erkrankungen oder Auffälligkeiten“. Daher komme dem sozialen Umfeld eine zentrale Funktion als Frühwarnsystem zu. „Die allermeisten Personen sind familiär vernachlässigt und sozial desintegriert“, erklärten LKA und Generalstaatsanwaltschaften. Sie setzten darauf, dass niemand genauer hinschaue.

Für die Studie wurden 37 Fälle ausgewertet. Das Dunkelfeld schätzen die Experten auf einen sehr hohen dreistelligen Bereich. Strobl sprach von der weltweit ersten kriminologischen Untersuchung zur „Terrorgram“-Szene.

dpa
Mehr zum Thema
Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt