Konflikt um Taiwan: Ex-Chef vom US-Marinegeheimdienst warnt vor „Albtraumszenario“
Tokio. Noch am Montag hatte China mit einem großen Militärmanöver vor Taiwan für Aufsehen gesorgt. Jetzt warnt Mike Studeman, ehemaliger Chef des US-Marinegeheimdienstes, vor möglichen Kettenreaktionen.
Durch solche Übungen könne es „versehentlich“ zu einer militärischen Konfrontation zwischen China und den USA kommen, sagt Studemann, der derzeit Sicherheitsberater beim US-Thinktank Mitre ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Machtdemonstrationen in den kommenden zehn Jahren zu Todesfällen in der Luft und auf dem Wasser führen, bezifferte er auf bis zu 90 Prozent. Chinas Piloten und Kapitäne erhöhten das Risiko solcher Vorfälle erheblich, weil sie sich bei ihren Manövern nicht an die üblichen Einsatzregeln hielten.
Unter dem Namen „Joint Sword 2024B“ hatten die chinesische Volksbefreiungsarmee und die Küstenwache am Montag mit einer Rekordzahl von Flugzeugen eine Blockade und einen Angriff auf die Insel geprobt. China sieht Taiwan mit seinen 23 Millionen Einwohnern als Teil der Volksrepublik.
Ziel von Staatspräsident Xi Jinping ist der Anschluss der demokratisch regierten Insel an das chinesische Staatsgebiet – wenn nötig mit militärischen Mitteln. Die USA wollen das verhindern, nicht zuletzt, weil Taiwan über eine mächtige Chipindustrie verfügt.