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AfghanistanTaliban-Schließung von Schönheitssalons tritt in Kraft

Mit der Entscheidung fällt eine der letzten verbliebenen Verdienstmöglichkeiten für Frauen in Afghanistan weg. Frauen hatten gegen das Verbot demonstriert. 25.07.2023 - 14:52 Uhr Artikel anhören

Die Herrschaft der Taliban ist zunehmend autoritär geworden.

Foto: AP

Kabul. In Afghanistan ist die von den militant-islamistischen Taliban angeordnete Schließung von Schönheitssalons in Kraft getreten. „Sie haben unsere Geschäfte geschlossen und uns aufgefordert, nach Hause zu gehen“, sagte eine Kosmetikerin in Kabul am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Auch eine weitere Bewohnerin der Hauptstadt berichtete der dpa von Kontrollen der Salons durch die militanten Islamisten.

Anfang des Monats hatten die Taliban die neue Regelung mittels Dekret angekündigt. Schönheitssalons würden durch ihre hohen Preise Familien bei Hochzeitsfeierlichkeiten in wirtschaftliche Bedrängnis bringen, lautete die Begründung der Machthaber.

Die Betreiberinnen hätten sich zudem nicht an bestehende Vorgaben gehalten. Vergangene Woche gingen in Kabul Dutzende Frauen auf die Straße, um gegen die Entscheidung zu protestieren. Die Demonstration wurde nach Aussagen von Teilnehmerinnen gewaltsam aufgelöst, auch sollen einige Frauen abgeführt worden sein.

Mit der Schließung der Schönheitssalons fällt für afghanische Frauen eine der wenigen verbliebenen Verdienstmöglichkeiten weg. „Es geht nicht darum, sich die Haare und Nägel machen zu lassen“, sagte Heather Barr von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. „Es geht um 60.000 Frauen, die ihre Arbeit verlieren.“ Eine Kosmetikerin sagte der Deutschen Presse-Agentur, sie habe ihren Schönheitssalon kurz nach der Machtübernahme der Taliban geöffnet. Mit ihrem Geschäft sei sie glücklich gewesen, nun müsse sie es schließen.

Bei der Machtübernahme der Taliban im August 2021 versprachen die islamistischen Taliban, moderater zu regieren. Zuletzt wurde ihre Herrschaft autoritärer und dogmatischer. Mittlerweile sind Frauen aus einem Großteil der Berufe verdrängt worden. Auch Universitäten und höhere Schulen dürfen sie nicht mehr besuchen.

dpa
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