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AfghanistanTaliban übernehmen Konsulat in Bonn

Die diplomatische Vertretung in Bonn gilt als zentrale Stelle für andere Botschaften und Konsulate in Europa. Der Ex-Konsul hat derweil in Deutschland Asyl beantragt. 10.11.2025 - 11:14 Uhr Artikel anhören
Afghanischer Reisepass: Die Taliban besetzen das wichtige Konsulat in Bonn mit einem ihrer Vertreter. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Bonn. Das afghanische Generalkonsulat in Bonn nimmt laut einer Mitteilung des Außenministeriums in Kabul wieder seine Arbeit auf – mit einem von den islamistischen Taliban entsandten Vertreter. „Das afghanische Generalkonsulat der Stadt Bonn, Deutschland, nimmt seine Tätigkeit wieder auf“, heißt es in einer Mitteilung des Außenministeriums auf der Online-Plattform X.

Offiziell erkennt Deutschland die in Afghanistan regierenden Taliban nicht an, führte jedoch in der Vergangenheit Gespräche mit Vertretern der Islamisten, um weitere Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan zu erleichtern. Auch erlaubte Berlin die Einreise von zwei Taliban-Diplomaten, um die Konsulate in Bonn und Berlin zu übernehmen, die zuvor nicht unter Kontrolle der Machthaber in Kabul standen.

Aus Protest gegen die Übernahme durch die Taliban hatte der bisherige Generalkonsul in Bonn, Hamid Nangialay Kabiri, vor einigen Wochen seine Arbeit niedergelegt. Auch die Belegschaft tat dies geschlossen.

In einer Videobotschaft von Kabiri zur Entsendung der Taliban-Vertreter heißt es, die Entscheidung sei inakzeptabel und eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit sensibler Dokumente und Informationen afghanischer Bürger.

Nach dpa-Informationen hat der Ex-Generalkonsul Kabiri in Deutschland im Oktober Asyl beantragt. Da er sich – auch öffentlich – klar gegen die Taliban-Machthaber positioniert hat, könnte sein Schutzbegehren Aussicht auf Erfolg haben.

Taliban bekommen Zugriff auf sensible Daten

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Wie die ARD berichtete, übernehmen die Taliban mit dem Generalkonsulat in Bonn auch dort gespeicherte, sensible Daten. Das Generalkonsulat diente bislang als Knotenpunkt für die IT-Systeme von afghanischen Botschaften und Konsulaten in Europa, Kanada und Australien, hieß es weiter.

Nun befürchten Betroffene, dass diese Daten in den Händen der Taliban ihnen oder ihren Familien in Afghanistan schaden könnten.

dpa
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