Batterie-Rohstoff: Die Angst vor Indonesiens Nickel-Offensive
Bangkok. Prabowo Subianto glaubt, das Rezept gefunden zu haben, um sein Land zu Asiens neuem Boom-Staat zu machen. „Zu lange haben wir unsere Rohstoffe unverarbeitet zu Billigpreisen exportiert“, klagt der Politiker, der sich beste Chancen ausrechnet, Indonesiens nächster Präsident zu werden. Das könne sich das Land nicht länger leisten. „Wenn wir sie künftig selbst verarbeiten, werden wir ein zweistelliges Wirtschaftswachstum erreichen“, gibt sich der 72-Jährige bei einem Wahlkampfauftritt überzeugt.
Prabowo, derzeit Indonesiens Verteidigungsminister, will mit seinen Plänen für Indonesiens Bodenschätze eine ebenso umstrittene wie effektive Strategie seines bisherigen Chefs auf die Spitze treiben: Präsident Joko Widodo, der nach zehn Jahren im Amt bei der Wahl am Mittwoch nicht mehr antreten darf, hatte es mit einem Exportverbot für unverarbeitetes Nickelerz geschafft, Milliardeninvestitionen der Metall verarbeitenden Industrie anzulocken. Indonesien stieg damit zu einem wichtigen Akteur für die globale Elektroauto-Branche auf. Der Rohstoff wird für E-Auto-Batterien benötigt.
Doch die Industriepolitik, die Prabowo im Fall seiner Wahl deutlich ausweiten möchte, kommt mit erheblichen negativen Begleiterscheinungen daher: Sie brachte Südostasiens größte Volkswirtschaft in einen Handelskonflikt mit der Europäischen Union und hatte Kritikern zufolge massive Umweltschäden zur Folge. Gleichzeitig führten die Maßnahmen des Amtsinhabers, der vor allem unter seinem Spitznamen Jokowi bekannt ist, zu schweren Verwerfungen an den globalen Rohstoffmärkten – sprich zu einem Preisverfall, der viele Konkurrenten aus dem Geschäft drängen könnte.