Francis Fukuyama: „Diesmal kann niemand Zweifel haben, was Trump vorhat“
Washington. Es ist recht turbulent zugegangen für Francis Fukuyama in den vergangenen Tagen. Über X gab es am Dienstag Gerüchte, dass er plötzlich verstorben sei. Der Stanford-Politologe, der mit seinem Buch „Das Ende der Geschichte“ Anfang der Neunzigerjahre Weltberühmtheit erlangte, sah sich zum Dementi genötigt: „Last time I checked, I’m still alive“, scherzte Fukuyama.
Im Handelsblatt-Interview präsentierte Fukuyama sich äußerst vital, aber auch extrem besorgt. „Die Lage könnte ernster nicht sein“, sagte er. Derzeit sehe es nach einem Wahlsieg für Donald Trump aus. Dem Republikaner gehe es um die Zerstörung der Selbstkorrekturmechanismen in der US-Verfassung, jener „Checks and Balances, die die amerikanische Demokratie groß gemacht haben und die auch die Basis des ökonomischen Erfolgs waren“.
Lesen Sie hier das gesamte Interview:
Herr Fukuyama, die US-Wahl am kommenden Dienstag zieht die ganze Welt in ihren Bann. Erste Stimmen warnen vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Teilen Sie diese Sorgen?
Ich sorge mich wegen möglicher gewalttätiger Ausschreitungen, ja. Trump hat unzählige fanatische Unterstützer, viele sind bewaffnet. Noch größer allerdings ist meine Sorge, dass Donald Trump erneut Präsident wird. Die Umfragen sind denkbar knapp – und so wie das Wahlsystem gestaltet ist, brauchen die Demokraten auf nationaler Basis mindestens drei Prozentpunkte Vorsprung, damit Kamala Harris eine Chance hat.