Grönland: Das wollen die Europäer den US-Provokationen entgegensetzen
Berlin, Brüssel, Paris. Die Ereignisse dieser Woche führen die Extremsituation Europas in der Ära Trump so dramatisch vor Augen wie nie: Noch am Dienstag hatten sich die Regierungschefs Frankreichs, Deutschlands und Großbritanniens in Paris mit den Spitzengesandten von US-Präsident Donald Trump getroffen. Gemeinsam kündigten sie Sicherheitsgarantien für die Ukraine an – ein Durchbruch im Ringen um einen Waffenstillstand im russischen Angriffskrieg.
Doch zeitgleich müssen die Europäer auf eine beispiellose Provokation reagieren: Die USA drohen offen damit, das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland zu übernehmen. Deutschland, Frankreich und Polen treffen sich nun an diesem Mittwochnachmittag in Paris, auf der Agenda steht die Ausarbeitung eines Grönland-„Reaktionsplans“. Spätestens seit dem Überfall des US-Militärs auf Venezuela nehmen die Europäer jede Drohung aus dem Weißen Haus noch ernster.
Die Zweifel, ob und unter welchen Umständen das transatlantische Bündnis Bestand hat, wachsen – das US-Portal Axios schrieb am Mittwoch bereits von einer „Totenwache für die Nato“. Tatsächlich bewegen sich die Europäer auf einem schmalen Grat: Einerseits wollen sie die Souveränität Dänemarks und die Autonomie Grönlands unbedingt verteidigen. Andererseits versuchen sie, die Amerikaner in den Ukraine-Verhandlungen auf ihre Seite zu ziehen.
Ist Europa Trumps Klammergriff ausgeliefert? Welche Ziele stehen ganz oben auf der Prioritätenliste der Europäer – und was wird jetzt konkret unternommen, um sie durchzusetzen?