Verteidigung: Großbritannien will atomwaffenfähige Kampfflugzeuge kaufen
Den Haag. Die britische Regierung will zwölf atomwaffenfähige US-Kampfflugzeuge vom Modell F-35A kaufen. Das gab die Regierung am Dienstag bekannt. Mit den Kampfflugzeugen des US-Herstellers Lockheed Martin könnte die britische Luftwaffe sich zum ersten Mal seit Ende des Kalten Krieges mit nuklearen Sprengköpfen bewaffnen.
Premierminister Keir Starmer sagte dazu:
Nato-Generalsekretär Mark Rutte begrüßte den geplanten Kauf: „Dies ist ein weiterer robuster britischer Beitrag zur Nato.“
Großbritannien erhöht seine Verteidigungsausgaben und rüstet seine Streitkräfte auf, darunter auch die U-Boot-Flotte. Die Regierung begründet dies mit der zunehmenden Feindseligkeit Russlands, während sich die Vereinigten Staaten unter Präsident Donald Trump von ihrer traditionellen Rolle als Verteidiger der europäischen Sicherheit zurückziehen.
Großbritanniens nukleare Abschreckung stützt sich derzeit ausschließlich auf das U-Boot-System Trident. Dieses sorgte im vergangenen Jahr für Schlagzeilen, als ein Test fehlzündete – der zweite Fehlschlag in Folge, nachdem bereits 2016 ein Versuch misslungen war.
Taktische Nuklearwaffen sind für den Einsatz auf dem Schlachtfeld gedacht, im Gegensatz zu strategischen Waffen, die über große Entfernungen abgefeuert werden können. Durch den Kauf der F-35A-Kampfjets könnte Großbritannien seine militärischen Optionen diversifizieren und sich enger an Nato-Verbündete wie Frankreich und die USA anlehnen. Diese verfügen über land-, see- und luftgestützte nukleare Fähigkeiten.
Die F-35A-Kampfjets können taktische US-Atomwaffen vom Typ B61 tragen. Großbritannien bräuchte wahrscheinlich die Vereinigten Staaten, um diese Waffen für den Einsatz in den Flugzeugen zu liefern, sagte ein britischer Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Die USA hatten 2008 ihre letzten Atomwaffen aus Großbritannien abgezogen.