IZA-Chef: Wie der Arbeitskräftemangel „zu doppelter Dividende führen“ kann
„Es braucht mehr Wertschätzung für unabhängige Forschung. Das wollen wir erreichen.“
Foto: Imago ImagesBerlin. Simon Jäger forscht nicht nur über die Arbeitskräfteknappheit in Deutschland. Er muss auch selbst damit umgehen. Im Frühjahr 2022 wurde der Ökonom Chef des Bonner Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), das seine Präsenz sowohl in der alten als auch in der jetzigen Bundeshauptstadt ordentlich ausbauen will.
Viele neue Forscherinnen und Forscher sollen her. Arbeitsmärkte und Demografie sind zu zentralen Themen für die deutsche Wirtschaftswissenschaft und Politik geworden.
Der 37-Jährige, der zuvor in Berkeley, Harvard, Stanford und Cambridge forschte, soll sich um die Ausbaupläne kümmern. Noch hat das IZA nur kleine Büroräume in Berlin, Jäger kommt zum Interview in das Hauptstadtbüro des Handelsblatts – und räumt mit einigen Mythen auf.
Lesen Sie hier das vollständige Interview mit IZA-Chef Simon Jäger:
Herr Jäger, Deutschlands Unternehmen fehlen zunehmend Mitarbeiter. Woran liegt das?
Häufig wird der demografische Wandel für den derzeitigen Fachkräftemangel angeführt. Aber das greift für die aktuelle Lage zu kurz, wir haben nämlich gerade einen Beschäftigungsrekord. Die Knappheit an Arbeitskräften sehen wir in vielen Teilen der Welt. Auch dort, wo der demografische Wandel längst nicht so stark sein wird wie in Deutschland.