Quantentechnologie: „Bei der Grundlagenforschung gehört Deutschland zur Spitze“
Düsseldorf. Quantentechnologie lässt viele zurückschrecken: schwer zu erklären, schwer zu durchdringen. Dabei steckt in der Technologie ein massives Potenzial. Auch für Deutschland, wie Volkmar Denner und Joachim Ankerhold im Doppelinterview sagen.
Es ist eine spannende Paarung zweier Physiker: Ex-Bosch-Chef Denner kennt die Wirtschaft, Professor Ankerhold gehört mit seiner Forschung an der Universität Ulm zu den Koryphäen des Fachs. Die beiden sind Sprecher der Quanteninitiative des Landes Baden-Württemberg, QuantumBW, die Forschung und Industrie enger zusammenbringen will.
Ein Beispiel für das massive Potenzial: „Es wird etwa möglich sein, unsere Gehirnaktivität außerhalb des Gehirns zu messen, also ohne implantierte Sonden. Das wird einen Teil der Medizin revolutionieren“, sagt Denner. Er nennt als Fernziel sogar die Möglichkeit, Maschinen mit Gedanken zu steuern.
Die beiden widersprechen dem Eindruck, dass die Technologie vor allem von den USA und China dominiert werde. Sie versprechen sich große Chancen für den Standort Deutschland. Es könne eine ganz neue Industrie inklusive Zulieferindustrie entstehen – wenn die richtigen Weichen gestellt werden. Zum einen durch politische Förderung, zum anderen aber auch in der Gesellschaft: „Was wir vermeiden müssen, ist, dass aus der Angst des Nichtverstehens eine Abwehrhaltung entsteht“, sagt Denner.