Amazon: Top-Manager gewährt Einblick in Strategie
Seattle. James Hamilton hat beim US-Konzern Amazon eine unscheinbare, aber zentrale Aufgabe. Der Ingenieur ist für den Ausbau der globalen IT-Infrastruktur des Konzerns verantwortlich – und die wächst gerade mit einem atemberaubenden Tempo. Grund dafür ist der Boom um generative Künstliche Intelligenz (KI) und den dafür notwendigen Rechenkapazitäten.
Ende Oktober wurde bekannt, dass Amazon allein in diesem Jahr 75 Milliarden Dollar investieren will. Der weitaus größte Teil davon fließt in neue Server, Rechenzentren oder Hochleistungschips. Im Vergleich zum Vorjahr legten die Ausgaben im jüngsten Quartal um 81 Prozent zu. Investoren bereitet diese Entwicklung Sorge.
Schon heute verfügt das Unternehmen über die größte Cloud-Infrastruktur der Welt. Zu den Kunden zählen auch deutsche Großkonzerne wie Volkswagen oder BMW. Doch 2025 will Hamilton noch mehr Geld ausgeben. Eine Entwicklung, die auf absehbare Zeit offenbar kein Ende kennt. In exklusiven Gesprächen in der Konzernzentrale in Seattle boten Hamilton und seine Kollegen dem Handelsblatt einen seltenen Einblick in die Strategie von Amazon und seiner Cloud-Tochter AWS.