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ComputerCompliance-Software-Firma EQS sucht Private-Equity-Investor

EQS bietet Unternehmenssoftware für Compliance, Investor-Relations und ESG-Datenmanagement an. Die Firma sucht nun neue Geldgeber.Arno Schütze 03.08.2023 - 12:19 Uhr Artikel anhören

In der Kommunikation mit Investoren nutzen Firmen EQS etwa für die Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen.

Foto: Reuters

Frankfurt. Alle Dax-Unternehmen haben das „EQS-Cockpit“ für ihre Kommunikation mit Investoren und die Steuerung von Compliance-Prozessen im Einsatz. Der dahinterstehende Anbieter, die Münchener EQS Group, begibt sich Finanzkreisen zufolge nun auf die Suche nach einem Investor, der zusätzliches Wachstumskapital und Expertise bieten könnte.

Die Investmentbank Goldman Sachs helfe bei der Eruierung der Finanzierungsoptionen, EQS-Vorstand und -Aufsichtsrat hätten aber noch keine Vorentscheidungen getroffen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen. Dass ein Private-Equity-Investor eine Mehrheit an der Firma erwirbt und sie anschließend von der Börse nimmt, um sie abseits der für gelistete Firmen geltenden Transparenzpflichten weiterzuentwickeln, sei eine der Optionen.

Das Münchener Unternehmen hat eine Marktkapitalisierung von derzeit 260 Millionen Euro und kommt vor allem für Finanzinvestoren in Betracht, die sich auf mittelgroße Technologiefirmen spezialisiert haben.

Investoren wie Hg, Bridgepoint, Vitruvian, Permira und General Atlantic gehörten zu denjenigen, mit denen EQS in der Vergangenheit bereits in Kontakt gestanden habe, hieß es. Da Geschäftssoftware bei Finanzinvestoren generell hoch im Kurs stehe, sei mit einer Vielzahl weiterer Interessenten zu rechnen.

Größter Anteilseigner mit einem 24-prozentigen EQS-Aktienpaket ist die Investmentaktiengesellschaft für langfristige Investoren TGV, die das Vermögen des Medieninvestors Norman Rentrop (VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft, Bibel TV) verwaltet.

Achim Weick, der die Firma im Jahr 2000 gegründet hat, hält 15,3 Prozent. TGV und Weick seien derzeit allerdings nicht auf einen Verkauf aus, hieß es. EQS, TGV, Weick und Goldman Sachs lehnten Stellungnahmen ab.

Digitalisierung, Regulierung und ESG

EQS profitiert von den Megatrends Digitalisierung, Regulierung und ESG – sprich Kriterien in Sachen Umweltschutz, Sozialstandards und guter Unternehmensführung.

Die Münchener Firma mit 600 Beschäftigten bietet Software an, mit der sich Compliance-Prozesse steuern lassen, etwa anonyme Meldungen von Whistleblowern. In der Kommunikation mit Investoren nutzen Firmen EQS etwa für die Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen.

Auch im Management von ESG-Daten, bei der Erfüllung von Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten und bei einer regelkonformen Nachhaltigkeitsberichterstattung kommen EQS-Produkte zum Einsatz. Gerade der Bereich ESG boomte zuletzt.

Der Markt für sogenannte Regtech (Regulierungstechnologie) ist aufgrund der stetig wachsenden gesetzlichen Anforderungen ein Wachstumsmarkt.

Die Umsätze von EQS legten in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu – von 30 Millionen Euro im Jahr 2017 auf 61 Millionen 2022. Für 2023 ist eine Steigerung auf 71 bis 74 Millionen Euro geplant, das operative Ergebnis (Ebitda) soll sich auf neun bis elf Millionen in etwa verdoppeln.

2022 hatte es mit knapp fünf Millionen Euro unter Plan gelegen – aufgrund niedriger Nachfrage und später als erwartet verabschiedeter Gesetze, die das EQS-Geschäft treiben sollten. Unter dem Strich verbuchte EQS 2022 ein Minus von 3,3 Millionen Euro.

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Da die EU-Whistleblower-Richtlinie später in das deutsche Recht übertragen wird als erwartet, schieben Kunden den Kauf von entsprechender Software auf, weshalb EQS im Frühjahr angekündigt hat, das Mittelfristziel von 130 Millionen Euro Umsatz und einer Rendite (Ebitda-Marge) von mindestens 30 Prozent erst mit zwölf bis 18 Monaten Verzug zu erreichen.

Um die geplanten Investitionen in die Wachstumsfelder umsetzen zu können, könnte das Geld von Private-Equity-Investoren helfen.

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